Spotify

Am Mittwoch reichte das Unternehmen seinen Börsenprospekt bei der New Yorker Börsenaufsicht SEC ein.

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Musikstreaming-Dienst Was Sie zum Börsengang von Spotify wissen müssen

Wird Spotify das nächste Netflix? Anleger haben die Chance, so direkt wie möglich beim Börsengang dabei zu sein. Mit großen Chancen und hohen Risiken.
Update: 01.03.2018 - 09:02 Uhr 1 Kommentar

San FranciscoDer schwedische Musikdienst Spotify will keine Zeit verlieren. Am Mittwoch reichte das Unternehmen seinen Börsenprospekt bei der New Yorker Börsenaufsicht SEC ein. Der Gründer von Spotify, Daniel Ek, zeigte sich erleichtert: Es sei gut, dass die Information nun publik sei, twitterte er. „Transparenz schafft Vertrauen“, so Ek.

Der weltgrößte Musikstreamingdienst mit 71 Millionen zahlenden Kunden will unter dem Kürzel „Spot“ den Börsenhandel beginnen. Allerdings auf eine sehr unkonventionelle Weise, die erhebliche Risiken mit sich bringt. Für das Unternehmen und die Aktionäre.

Spotify beantragt ein „direct listing“ – Was bedeutet das?

Die Aktien werden im übertragenen Sinne einfach unkontrolliert „auf den Markt geworfen“. Damit wird das übliche Wall Street-Prozedere beim Börsengang umgangen. Beim konventionellen Weg werden Emissionsbanken eingeschaltet, die Aktien vorab an ihre bevorzugten Kunden geben, einen Ausgabepreis festlegen und im Zweifel die Aktie in den ersten Börsentagen stützen, falls es zu erratischen Kursschwankungen kommt.

Beim „direct listing“ entscheiden einfach die vorliegenden Kauf- und Verkaufsorder über den ersten Kurs. Außerdem gibt es keinerlei Verkaufsbeschränkungen für Altaktionäre oder eine Beschränkung der ausgegebenen Aktien.

Warum ist das so riskant?

Analysten bewerten das Unternehmen mit bis zu 23,4 Milliarden Dollar. Geschieht die Erstnotierung aber zum Beispiel an einem Tag an dem es an der New York Stock Exchange abwärts geht, ist ohne stützende Banken das Risiko im Prinzip nach unten offen. Natürlich geht es auch anders herum. Die Kurse könnten irrational hoch einsetzen, um dann immer höhere Verkäufe der Altaktionäre auszulösen, die die Kurse nutzen möchten.

Interessierten Aktionären eröffnet sich die ungewohnte Situation, dass sie ganz alleine entscheiden müssen, wie hoch sie den Kurs bewerten. Bei fünf, fünfzig oder 500 Dollar.

Was sind die Rahmendaten?

71 Millionen zahlende Mitglieder zählt Spotify. Die haben im vergangenen Jahr rund 4,1 Milliarden Euro (fünf Milliarden Dollar) Umsatz in die Kassen gespült. Die Verluste häuften sich jedoch gleichzeitig auf 1,24 Milliarden Euro an, nach 539 Millionen im Jahr 2016 und gerade mal 230 Millionen im Jahr davor.

Schuld ist der massive Konkurrenzkampf, der auf dem Streamingmarkt ausgebrochen ist. Apple Music ist Spotifys schärfster Konkurrent mit 36 Millionen zahlenden Kunden. Apple Music schaffte also in den drei Jahren seines Bestehens gut 50 Prozent dessen, wofür die Schweden zehn Jahre gebraucht haben. Mit deutlichem Abstand folgen Google und Amazon.

Warum wird der Börsengang mit so viel Spannung erwartet?

Der Musikmarkt war eigentlich seit 1999 permanent im Abwärtsstrudel. Erst 2015 brachte der Pionier Spotify eine Wende, als immer mehr Nutzer begannen, einen Streamingdienst zu abonnieren statt CDs zu kaufen. Spotify könnte für Musik das werden, was Netflix für Video geworden ist. Die Aktienperformance von Netflix ist, inklusive dramatischer Kursschwankungen, atemberaubend, und da will Spotify auch hin.

Doch dafür müssen die Schweden, ähnlich wie Netflix, mehr in Lizenzen und Marketing investieren. Nur so lässt sich Apple in Schach halten – vielleicht. Sony Music ist das einzige große Musiklabel, das noch über fünf Prozent an dem Unternehmen hält.

An welchen Bewertungen können sich potenzielle Anleger orientieren?

Spotify nennt eine Bewertung für sein Unternehmen von einer Milliarde Dollar, doch das ist nur ein Platzhalter. Im Börsenprospekt werden private Aktienverkäufe im laufenden Jahr zwischen 90 und 132 Dollar pro Stück genannt. Das Unternehmen weist jedoch gleichzeitig darauf hin, dass diese Privatverkäufe, die den Dienst in der Spitze bereits mit 23 Milliarden Dollar bewerten, in keiner Weise verbindlich sind und „überhaupt nicht oder wenig“ mit den tatsächlichen Kursen zu tun haben können.

Wann kommt die Aktie an die Börse?

Das Datum ist noch offen, aber es sollte sich um Tage oder Wochen handeln.

Wie kann ein vorsichtiger Investor vorgehen?

Zum Beispiel nur einen Teil des geplanten Anlagebetrags, etwa 20 Prozent, direkt investieren. Steigt die Aktie, ist man auf jeden Fall dabei. Fällt sie dagegen markant zurück, kann der Anleger neu entscheiden, ob er nachkauft oder zuerst einmal abwartet.

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1 Kommentar zu "Musikstreaming-Dienst: Was Sie zum Börsengang von Spotify wissen müssen"

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  • Habe kein Auto und keine Aktien, und werde beides mir nie zulegen.

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