Nach Ansicht von Analysten reflektiert die Kursentwicklung bereits die positiven Geschäftserwartungen
Deutsche Börse vorerst kein „Kauf“ mehr

Nach einer spektakulären Kursrally von fast 70 Prozent seit Jahresbeginn mahnen Analysten allmählich zur Vorsicht bei der Deutschen Börse.

FRANKFURT. Auch wenn viele der Experten damit rechnen, dass der Frankfurter Konzern bei der Veröffentlichung der Zahlen des zweiten Quartals am Montag kommender Woche seine Gesamtjahresprognose anheben wird, dürfte das Ende der Fahnenstange vorerst erreicht sein.

Angestoßen wurde die Kursentwicklung im Frühjahr von der Einflussnahme der Investoren um den Hedge-Fonds TCI. Diese erzwangen zunächst den Rückzug vom geplanten Kauf der Londoner Börse (LSE), die Entlassung von Börsenchef Werner Seifert und schließlich die Ausschüttung der milliardenschweren Kriegskasse an die Anteilseigner durch ein Aktienrückkaufprogramm. Außerdem zogen die Handelsvolumina bei Aktien und Derivaten an der Börse angesichts steigender Märkte so stark an, dass auch das operative Geschäft derzeit bestens läuft.

„Das dürfte nun aber alles in der Kursentwicklung reflektiert sein“, urteilt Rupak Ghose, Analyst bei CSFB, der die Aktie am Dienstag von „überdurchschnittlich“ auf „neutral“ bei einem Kursziel von 72 Euro heruntergestuft hat. In der Folge gaben die Titel um gut zwei Prozent auf 72,77 Euro nach. Sie sind aber weiterhin mit großem Abstand die Aktien mit der besten Jahresentwicklung im Deutschen Aktienindex (Dax). Weitere Neubewertungen der Papiere sind in den kommenden Tagen zu erwarten, da viele Analysten ihre Positionen vor den Quartalszahlen überprüfen. Derzeit raten elf Analysten zum Kauf der Aktie, acht stufen sie mit „halten“ ein und sieben bewerten sie mit „verkaufen.“ Die Optimisten unter den Aktienexperten spekulieren derzeit auf die Neubesetzung des Vorstandspostens, die für Ende September erwartet wird. Der neue Chef könne weitere Restrukturierungen und Kostensenkungen initiierten, die auch einen Aktienkurs von 85 Euro rechtfertigen würden, schrieb Bruce Hamilton von Morgan Stanley in einer Studie.

Seite 1:

Deutsche Börse vorerst kein „Kauf“ mehr

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%