Nach Aufstieg in den Euro Stoxx 50

Droht der Adidas-Aktie ein Ende der Rally?

Die Aktie des Sportartikelherstellers Adidas hat in den vergangenen zwölf Monaten eine erstaunliche Rally hingelegt und wurde mit der Aufnahme in den Euro Stoxx 50 geadelt. Doch die Aussichten haben sich verschlechtert.
Update: 01.09.2016 - 12:56 Uhr
Die Adidas-Aktie steigt in den Leitindex der Eurozone, den Euro Stoxx 50, auf. Quelle: Reuters
Adidas

Die Adidas-Aktie steigt in den Leitindex der Eurozone, den Euro Stoxx 50, auf.

(Foto: Reuters)

New YorkSeit rund einem Jahr kennt die Adidas-Aktie nur eine Richtung: nach oben. Zwischen dem 1. September 2015 und dem 31. August 2016 haben sich die Anteilsscheine des weltweit zweitgrößten Sportartikel-Konzerns im Wert mehr als verdoppelt, von 65,55 auf 148,64 Euro. Kein anderer Dax-Wert hat in diesem Zeitraum eine bessere Performance hingelegt.

Die Rekordfahrt der Adidas-Aktie beschert dem Konzern nun einen Aufstieg in den Leitindex der Eurozone, den Euro Stoxx 50. Das teilte am Mittwochabend die Deutsche-Börse-Tochter Stoxx mit. Im Euro Stoxx 50 sind die 50 wichtigsten börsennotierten Unternehmen der Eurozone gelistet. Der Index gilt damit als Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung der Währungsunion. Wichtig sind die Umstellungen in den Indizes vor allem für Fonds, die Indizes nachbilden, da diese die Änderungen entsprechend berücksichtigen müssen. Das hat in der Regel kurzfristigen Einfluss auf die Aktienkurse.

Die Tops und Flops des Dax
Mehr Klasse, weniger Masse
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Eine schwache Weltkonjunktur und das Entsetzen nach dem Brexit-Votum setzen Deutschlands Konzernen zu. Hinzu kommt ein starker Euro, der gegenüber dem britischen Pfund und dem chinesischen Renminbi in den vergangenen Monaten zugelegt hat. Das schmälert die Gewinne und Umsätze, wenn deutsche Unternehmen ihre im Ausland erzielten Erträge in Euro umrechnen. Doch die großen Konzerne trotzen den Wirren. Insgesamt steigerten die 30 Dax-Konzerne im ersten Halbjahr ihren operativen Gewinn geringfügig um 38 Millionen Euro auf 65,8 Milliarden Euro. Gleichzeitig sank der Gesamtumsatz um gut zwei Prozent auf 661,5 Milliarden Euro. Also ein ganz klein wenig mehr Klasse und etwas weniger Masse.

Adidas
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„Wir sind in Topform, 2016 wird ein Jahr der Rekorde sein" frohlockte Adidas-Chef Herbert Hainer, der nach mehr als 15 Jahren an der Konzernspitze ausscheidet. In nur sechs Monaten hat Adidas viermal seine Prognose erhöht. Das ist Rekord. Im ersten Halbjahr 2016 stieg der operative Gewinn um fast 60 Prozent auf 904 Millionen Euro. In allen großen Märkten legten die Umsätze zu - in China, Nordamerika und Westeuropa um mehr als 30 Prozent. Noch mehr frohlocken die Aktionäre: Wer vor einem Jahr Adidas-Aktien kaufte, hat seinen Einsatz glatt verdoppelt. Kein Dax-Wert ist so erfolgreich.

Daimler
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Auf Auto ist in Deutschland Verlass. Jahrelang fuhr Volkswagen die höchsten Gewinne ein, jetzt ist es Daimler. Unter Konzernchef Dieter Zetsche verdienten die Stuttgarter im abgelaufenen Quartal vor Steuern und Zinsen 3,26 Milliarden Euro. Das ist Spitze.

Deutsche Telekom
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Jahrelang stöhnten Aktionäre über schlechte Kurse und maue Gewinne. Doch die lange Krise ist vorbei. Die Deutsche Telekom verdiente im abgelaufenen Halbjahr 6,1 Milliarden Euro vor Steuern und Zinsen. Vor allem das US-Geschäft läuft gut. Wer vor fünf Jahren T-Aktien kaufte, darf sich heute über einen Gewinn von gut 70 Prozent freuen.

SAP
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Europas größter Softwarehersteller wächst rasant und die Gewinne explodieren geradezu: SAP verdiente im abgelaufenen Quartal operativ 1,27 Milliarden Euro. Das waren 81 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Adidas folgt mit einem Plus von 77 Prozent knapp dahinter.

Deutsche Bank
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Schlechter geht immer. Seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 leiden die Aktionäre des größten deutschen Bankhauses. Die Aktie kostet nur noch 12,60 Euro. Das sind gut 80 Prozent weniger als vor zehn Jahren. Im zweiten Quartal 2016 brach das Ergebnis vor Steuern um 67 Prozent auf nur noch 408 Millionen Euro ein. Nicht nur die extrem niedrigen Zinsen setzen der Deutschen Bank zu. Hinzu kommen Rechtsstreitigkeiten und der langwierige Konzernumbau.

Commerzbank
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Kaum besser geht es dem zweiten großen Bankhaus, der immer noch teilverstaatlichten Commerzbank. Im zweiten Quartal sank der Vorsteuergewinn um 18 Prozent auf nur noch 342 Millionen Euro. Besserung ist angesichts des Niedrigzinsumfeldes kaum in Sicht. Aktionäre wenden sich entnervt ab. In den vergangenen fünf Jahren ist die Aktie um 60 Prozent eingebrochen – so stark wie kein anderer Wert im Dax.

Doch für die Mehrheit der Analysten hat die Aktie kein Kurspotenzial mehr - im Gegenteil. Die Zahl der Analysten sinkt, die noch die Aktie zum Kauf empfehlen. Laut dem Handelsblatt Analystencheck stehen 23 Kaufempfehlungen 24 neutrale Einschätzungen und vier Ratschläge gegenüber, die für einen Verkauf des Papiers sind.

Die Privatbank Berenberg hat am 11. August beispielsweise das Kursziel für Adidas von 98 auf 140 Euro angehoben, die Einstufung aber auf „Halten“ belassen. Die rekordhohen Aktien preisten derzeit viele Erwartungen ein, und die Bewertung lasse keinen Spielraum mehr für mögliche Enttäuschungen, schrieb Analystin Zuzanna Pusz in einer Studie.

Was die Analysten sagen
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