Nach Bankrott-Gerüchten
Kodak-Aktie ist im freien Fall

Die Aktie des angeschlagenen Fotopioniers hat ein neues Rekordtief erreicht. Grund sind die wiederholten Gerüchte um eine mögliche Insolvenz des US-Konzerns - und der drohende Ausschluss von der New Yorker Börse.
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RochesterNach einem Bericht über einen möglicherweise bevorstehenden Bankrott sind die Aktien von Fotografiepionier Eastman Kodak am Mittwoch auf ein neues Rekordtief gefallen. Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, Kodak bereite sich darauf vor, in den kommenden Wochen einen Antrag auf Gläubigerschutz zu stellen, sollte es nicht gelingen, einen Käufer für ein ganzes Bündel an Patenten zu finden. Ein Kodak-Sprecher sagte, das Unternehmen gebe zu den Spekulationen keinen Kommentar ab.

Seit Juli sucht Kodak einen Käufer für seine rund 1.100 Patente im Zusammenhang mit digitaler Bilderstellung, die dem Unternehmen Experten zufolge zwei bis drei Milliarden Dollar einbringen könnten. Die Kodak-Aktien fielen bis Mittwochnachmittag um 17 US-Cent oder 26,3 Prozent auf 48 US-Cent. Vor einem Jahr war Kodak noch ein vielfaches wert. Es folgten hohe Verluste und die Barbestände schmolzen rasant dahin.

Nachdem infolge der finanziellen Probleme des Konzerns der durchschnittliche Schlusskurs der Aktie an 30 Handelstagen in Folge unter einem Dollar lag, drohte der Börsenbetreiber NYSE dem Unternehmen am Dienstag außerdem mit dem Ausschluss aus der Börse - denn derartige „Penny Stocks“ werden dort nur begrenzte Zeit geduldet. Der Fotokonzern hat nun sechs Monate Zeit, sich wieder zu berappeln, ansonsten muss sich Kodak nach alternativen Handelsplätzen umsehen. Das dürfte auch weiterhin Anleger verprellen. Viele Investoren sind bereits geflüchtet.

Die Eastman Kodak Company, wie das Unternehmen vollständig heißt war früher einer der bedeutendsten Fotokonzerne der Welt und scheffelte vor allem mit Kleinbild-Filmen jede Menge Geld. Der Markt ist jedoch mit dem Aufkommen der Digitalkameras zusammengebrochen, überdies sah sich Kodak plötzlich neuen Wettbewerbern aus der Unterhaltungselektronik-Branche gegenüber.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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