Nach der erneuten Gewinnwarnung: Anleger lassen Medion fallen

Nach der erneuten Gewinnwarnung
Anleger lassen Medion fallen

Der Elektronikgroßhändler Medion – einst Liebling am deutschen Aktienmarkt – hat das Vertrauen der Anleger endgültig verloren. Nach der erneuten Gewinnwarnung am vergangenen Freitag stürzte die MDax-Aktie um mehr als zehn Prozent ab und war zeitweise nur noch 9,50 Euro wert. Seit 2004 hat der Titel knapp drei Viertel an Wert eingebüßt.

FRANKFURT. Auch die Analysten reagierten deutlich auf die neue Hiobsbotschaft, verschärften ihre Verkaufsempfehlungen und nahmen die Kursziele weiter zurück. „Es gibt momentan keinen Grund, in die Aktie zu investieren“, bringt Andreas Inderst von ABN Amro die Mehrheits-meinung der Analysten auf den Punkt. Fast 60 Prozent der Aktienexperten raten laut Bloomberg zum Verkauf des Titels – ein ungewöhnlich negatives Urteil.

Am meisten stört die Experten die Geheimhaltungspolitik des Großhändlers von Computern und Zubehör, Flachbildfernsehern und elektrischen Haushalts- und Telekomgeräten. Der Medion-Vorstand kündigte jetzt für 2005 ein überraschend schlechtes Ergebnis vor Steuern von nur 19 Mill. Euro an, während Analysten im Durchschnitt 52 Mill. Euro erwartet hatten. Über den Grund für den Gewinneinbruch um fast zwei Drittel schwiegen sich die Chefs allerdings aus. Weder bekomme man Informationen über den Restrukturierungsaufwand noch über den Gewinn im Kerngeschäft mit Computern, Laptops und Flachbildschirmen, klagt Anne Gronski von Sal. Oppenheim.

Auch darüber, welche Geschäftsbereiche restrukturiert werden, schweigen sich die Firmenlenker aus, obwohl sie seit Herbst über eine Sanierung sprechen. Beunruhigend findet Inderst, dass Medion für 2006 einen Umsatzrückgang erwartet: „Das passt nicht zur sich aufhellenden Stimmung der deutschen Konsumbranche. Es drängt sich der Verdacht auf, dass Medion auch im Kerngeschäft Probleme hat.“

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