Nach der Kursrally
Solar-Aktien vor der Reifeprüfung

Run auf Aktien der Solar- und Windbranche: Erneuerbare Energien sind wegen der Atomkatastrophe in Japan gefragt wie lange nicht. Jetzt legen die Branchenunternehmen Zahlen vor. Nach der Rally sind die Erwartungen hoch.
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DüsseldorfDie Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat die Aktien von Unternehmen, die auf alternative Energieträger setzen, in den Blickpunkt gerückt. Die Papiere von Solar- und Windkraftanbietern schossen in die Höhe. Zahlreiche Anleger sehen bereits das Ende des Atomzeitalters gekommen und wittern goldene Zeiten für Anbieter alternativer Energien. Zeitweilig erreichten Solar- und Winkraftunternehmen Zugewinne von mehr als 30 Prozent. Die Aktie von Conergy verdoppelte sich gar innerhalb eines Tages.

Die ganz hohen Spitzen der Rally scheinen vorerst vorbei, einige Aktien haben bereits wieder korrigiert. Doch die Kehrtwende im Sektor ist eingeleitet. Im vergangenen Jahr lief es für Solarunternehmen schlecht, die meisten Papiere verloren deutlich an Wert. Der Zweifel der Anleger an der Atomkraft verleiht den Titeln im neuen Jahr starken Auftrieb. Beispiel Solarworld: Im vergangenen Jahr gaben die Titel des Branchenführers 51 Prozent nach. Seit Jahresbeginn dagegen ging es um 38 Prozent aufwärts. Ähnlich ist das Bild bei Centrotherm: Einem Minus von 36 Prozent 2010 steht im laufenden Jahr ein Plus von 37 Prozent gegenüber. Auch die Aktien des Windturbinenherstellers Nordex kletterten seit Anfang Januar um 38 Prozent nach oben. Nach einem Verlust von 47 Prozent im Vorjahr ist das für Anleger eine willkommene Erholung.

Anders die Lage bei Conergy: Im vergangenen Jahr knapp 25 Prozent verloren, wirbelt es den Pennystock 2011 mächtig durcheinander. Die hohen Gewinne der Vorwoche sind längst wieder aufgebraucht, unter dem Strich steht auch in diesem Jahr nun wieder ein Minus von 27 Prozent. Ihrem Ruf als Zocker-Papiere werden die Conergy-Aktien damit einmal mehr gerecht.

Die heftigen Kursausschläge zeigen, dass die Branche im Umbruch ist. Die Perspektiven hängen nun natürlich von den Entwicklungen in Japan und auch vom Ausgang der Atomdebatte ab, eine pauschale Verbesserung sollten Anleger nicht erwarten: „Wir denken, dass nur der Windsektor wirklich profitieren wird, vor allem im Offshore-Segment – also im Geschäft mit Windparks vor den Küsten, sagt Patrick Hummel, Analyst der Schweizer UBS. In kleinerem Umfang sieht er außerdem Chancen für Solarunternehmen, die den klassischen Häuslebauer-Markt abdecken. Dies seien vor allem SMA Solar Tech und Solarworld.

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  • Was ist mit den Entsorgungskosten für
    den Atommüll? Die Bezahlt der Steuerzahler
    Was ist mit dem Rückbau alter Kraftwerke?
    Die Lagerung bezahlt der Steuerzahler
    Die Uran vorräte reichen noch für ca. 60 Jahre
    und dann?
    Was kostet der Unfall in Rußland?
    Was kostet der Unfall in Japan

    Dan legen wir doch mal die Kosten auf den Atomstrom
    um. immer noch 2,2 Cent/KWh?

    Wieviel ist das leben der Opfer wert?

  • Solarenergie wird sich als Rohrkrepierer erweisen. Selbst wenn es gelingt, die Kosten noch massiv zu drücken, wird man nicht zu Produktionskosten unter 40 Cent/kWh kommen. Strom aus Kernenergie kostet ca. 2,2 Cent/kWh. Die Zukunft der Energieversorgung liegt in Kernkraftwerken der 4. Generation vom Typ Hochtemperaturreaktor (auch als Kugelhaufenreaktor bezeichnet). Bei diesen AKWs sind Kernschmelzen physikalisch ausgeschlossen und Versicherungen sind auch bereit, derartige Anlagen zu versichern. Die ersten beiden Hochtemperaturreaktoren sind in China im Bau und werden bald ans Netz gehen. Das Ende der Solarwirtschaft wird so aussehen, dass man die Unmengen von Solarplatten als teuren Sondermüll wird entsorgen müssen. Solarzellen haben als Nischenprodukt eine Berechtigung auf Taschenrechnern oder vielleicht auch einen gewissen Zweck als Warmwassererzeuger bei Großfamilien aufm Dach. Mehr aber auch nicht.

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