Nach einer Kursverdoppelung seit Jahresbeginn bleibt nur wenig Luft nach oben
Grenke Leasing nähert sich den Kurszielen der Analysten

Die Aktie gehört zweifellos zu den Überfliegern im deutschen Handel in diesem Jahr: Beinahe verdoppelt hat sich der Kurs von Grenke Leasing seit Anfang Januar. Der Baden-Badener Leasinganbieter für IT-Geräte genießt gerade wegen seiner auch in diesem Jahr wieder erwarteten hohen Zuwachsraten einen exzellenten Ruf. Doch angesichts der enormen Kurszuwächse wird die Luft für weitere Gewinne der Aktie nun dünner.

FRANKFURT/M. So empfiehlt beispielsweise Robert Mazzuoli von der ING BHF-Bank zwar die Aktie noch immer zum Kauf. Von seinem Kursziel bei 35 Euro ist der Titel, der gestern bei rund 32 Euro notierte, jedoch nicht mehr weit entfernt. Ähnlich ist die Situation bei Marie-Therese Grübner vom Hamburger Bankhaus Berenberg, die mit einem Kursziel von 36 Euro zum Kauf rät.

Dennoch: Die Aktie weckt noch immer die Phantasie vieler Experten. Hauptgrund dafür ist, dass das Wachstum im Neugeschäft auch in diesem Jahr höher ausfallen könnte als die von Unternehmenschef Wolfgang Grenke aufgegebenen 13 bis 20 Prozent. „Ich halte es durchaus für möglich, dass die Ziele übertroffen werden“, sagt Analyst Mazzuoli von ING-BHF. Carsten Werle von der WestLB begründet dies damit, dass sich viele Kunden wegen der nur schleppenden konjunkturellen Lage mit nötigen Ersatzinvestitionen bislang zurückgehalten haben

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Ähnlich sieht es auch Wolfgang Grenke. „Liquiditätsengpässe gibt es gewöhnlich in wirtschaftlichen Aufschwungphasen“. Gerade deshalb würden Unternehmen dann nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten Ausschau halten. Zudem biete der Markt noch ausreichend Wachstumspotenzial. Im von Grenke Leasing hauptsächlich angebotenen Small Ticket IT-Leasing – hier geht es um PCs, Notebooks, Kopierer, Drucker und Software bis zu einem Anschaffungswert von 25 000 Euro – liegt die Marktsättigung derzeit erst bei knapp fünf Prozent.

Positiv bewerten Analysten auch, dass Grenke Leasing bereits seit Jahren beweist, dass das Unternehmen trotz ständiger Expansion in mittlerweile ein Dutzend europäische Länder, die eigene Kostenstruktur im Griff hat. Das belegen die Zahlen zum ersten Quartal, in dem das Ergebnis vor Steuern (EBT) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 8,1 Mill. Euro zulegte. Dabei fiel es auch nicht ins Gewicht, dass ein Bewertungsaufwand von 1,7 Mill. Euro für die im vergangenen Herbst begebene 200-Mill.- Euro-Anleihe gebildet werden musste. „Die Anleihe bringt Grenke Leasing trotzdem viele Vorteile. Vor allem, weil sich das Unternehmen günstiger refinanzieren kann“, sagt Carsten Werle. Da nach Aussagen von Wolfgang Grenke noch rund 30 Mill. Euro „geparkt“ sind, hat das Unternehmen genügend finanziellen Spielraum für die weitere Expansion.

Der Trend geht dabei vor allem in Richtung Kooperation mit großen namhaften Partnern. So wurden in diesem Jahr bereits Partnerschaften mit T-Com und Transtec verkündet und eine Kooperation mit UBS Leasing in der Schweiz. Dort ist Grenke Leasing bereits seit dem vergangenen Jahr mit Swisscom im Geschäft. All diese Kooperationen machen für Carsten Werle deswegen Sinn, weil die Kommunikation mit dem Endkunden als aufwendig gilt und so Kosten gespart werden.

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