Nach Gewinnwarnung Rolls-Royce schockiert Anleger

Der britische Motorenbauer Rolls-Royce hat binnen weniger Monate die zweite Gewinnwarnung ausgegeben. Das Kerngeschäft mit Flugzeug-Triebwerken ist eingebrochen. Die Aktie brach um 20 Prozent ein.
Mit Luxus-Autos wurde Rolls-Royce bekannt. Inzwischen gehört die Automobilmarke BMW und das Kerngeschäft von Rolls-Roys sind Flugzeugturbinen. Quelle: dpa
Rolls-Royce

Mit Luxus-Autos wurde Rolls-Royce bekannt. Inzwischen gehört die Automobilmarke BMW und das Kerngeschäft von Rolls-Roys sind Flugzeugturbinen.

(Foto: dpa)

LondonDer britische Motorenbauer Rolls-Royce kommt auch unter neuer Führung nicht zur Ruhe. Konzernchef Warren East gab am Donnerstag nur wenige Monate nach Amtsantritt seine zweite Gewinnwarnung aus. Es ist bereits die vierte des Unternehmens innerhalb gut eines Jahres. An der Londoner Börse stürzte die Rolls-Royce-Aktie rund 20 Prozent ab.

Die Nachfrage nach Ersatzteilen und Wartung einzelner Flugzeug-Triebwerke sei eingebrochen, teilte der Konzern mit. Damit wächst die Sorge um das Kerngeschäft von Rolls-Royce. East erklärte, er habe eine Reihe von Geschäftsfeldern aufgetan, in denen „fundamentale Änderungen” vorgenommen werden müssten. Ein Umbauprogramm soll Einsparungen von jährlich 150 bis 200 Millionen Pfund (212 bis 280 Millionen Euro) bringen.

Welche Aktien die Jahresendrally mitmachen – und welche nicht

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
FSE

-0,02 -0,09%
+22,21€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 1: K+S
1 von 15

Der Übernahmepoker mit dem kanadischen Konkurrenten Potash hat K+S einige Punkte gekostet. Letztlich konnte sich der deutsche Düngemittelhersteller gegen eine feindliche Übernahme wehren. Die Investoren hielten von diesem Widerstand wenig. Sie trennten sich von ihren Anteilen an K+S. Unternehmenschef Norbert Steiner hatte mit so einer Reaktion gerechnet. „Wir wissen, dass das Thema auf der Hauptversammlung einen Nachhall haben wird, aber wir haben gewissenhaft gearbeitet und deshalb nichts zu fürchten“, sagte er. „Wir haben absolut sauber agiert, sind materiell und rechtlich auf der sicheren Seite.“

Kursentwicklung (seit Dax-Jahrestief am 29. September): - 17,5 Prozent

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
FSE

-1,56 -0,94%
+163,14€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Flop 2: Volkswagen
2 von 15

Dass VW nicht der größte Flop seit dem Dax-Jahrestief ist, liegt schlicht am Beobachtungszeitraum. Denn der Abgas-Skandal erschütterte den Autobauer kurz vor dem Jahrestief. Daher sind die größten Verluste nicht mit eingerechnet. Zieht man sie hinzu, hat die VW-Aktie seit dem 17. September satte 43,8 Prozent verloren. Der Skandal ist noch immer nicht aus der Welt. Seit den ersten Erkenntnissen über Manipulationen ist immer mehr ans Tageslicht gekommen. Wie viel VW die Nachbesserungen kosten werden, kann derzeit nicht seriös prognostiziert werden. Doch ein ist klar: Es wird teuer. Keine guten Vorzeichen für die Aktie.

Kursentwicklung: - 4,0 Prozent

VONOVIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1ML7J1
Börse
FSE

-0,09 -0,24%
+37,22€
Chart von VONOVIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 3: Vonovia
3 von 15

Bislang ist der Dax-Aufstieg der Immobilienkonzerns Vonovia keine Erfolgsgeschichte. Seit dem Dax-Jahrestief konnten sich die Papiere nicht wirklich erholen. Ändern will das Vonovia mit weiteren Übernahmen. Im Visier haben die Verantwortlichen die Deutsche Wohnen. Doch Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn warnt Vonovia-Aktionäre vor einer Übernahme. „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Sie die Transaktion ablehnen sollten, um den Wert Ihres gegenwärtigen Anteilsbesitzes in Vonovia zu schützen“, schrieb Zahn. Eine Übernahmeschlacht könnte Vonovia letztlich teuer zu stehen kommen.

Kursentwicklung: - 0,5 Prozent

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
FSE

-0,02 -0,15%
+13,28€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 4: Deutsche Telekom
4 von 15

Dank starker Geschäfte in den USA und des anziehenden Dollars dürfte der Gewinn der Deutschen Telekom eine Milliarden Euro höher ausfallen. „Bei den aktuellen Wechselkursen wären wir eher bei 19,3 Milliarden Euro“, sagte Telekom-Finanzchef Thomas Dannenfeldt. In seiner Jahresprognose rechnete der Bonner Konzern bislang mit 18,3 Milliarden Euro Betriebsgewinn. Die Aktionäre ließen sich davon dennoch nicht wirklich locken. Die Papiere konnten nur leicht zulegen.

Kursentwicklung: + 4,0 Prozent

HENKEL AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N

WKN
ISIN
DE0006048432
Börse
FSE

-1,60 -1,49%
+105,60€
Chart von HENKEL AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N
Flop 5: Henkel
5 von 15

Henkel könnte die Jahresendrally noch bevorstehen. Analysten zufolge dürfte der bereinigte Gewinn im dritten Quartal um rund acht Prozent auf 748 Millionen Euro gestiegen sein. Die Bilanz könnte der Aktien neuen Schub verleihen. Denn bislang konnte Henkel seit dem Dax-Jahrestief am 29. September kaum zulegen.

Kursentwicklung: + 6,0 Prozent

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
FSE

-1,28 -1,14%
+111,14€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Top 10: Siemens
6 von 15

Eine gute Auftragslage lässt Zuversicht bei Siemens-Aktionären aufkommen. Unter anderem konnte sich der Mischkonzern Aufträge in Großbritannien, Ägypten und Bolivien sichern. Außerdem hat Siemens Anfang November sein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen.

Kursentwicklung: + 16,3 Prozent

ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1EWWW0
Börse
FSE

-2,30 -1,26%
+180,35€
Chart von ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Top 9: Adidas
7 von 15

Die Sanktionen gegen Russland und die Konjunkturabkühlung in China treffen den Sportartikelhersteller Adidas. Auch in den USA läuft es nicht rund. US-Konkurrent Nike ist den Herzogenauracher bereits weit enteilt und mit Under Armour steht in Amerika ein aufstrebender Rivale gegenüber. Dennoch gibt sich Adidas nicht geschlagen. Zuletzt überraschte der Konzern mit guten Geschäften mit Fußballausrüstung und Sportmode. Und die Aktionäre trauen dem Konzern weitere Überraschungen zu.

Kursentwicklung: + 17,0 Prozent

East war im Juli mit dem Ziel angetreten, Rolls-Royce aus dem Umsatz-Tief zu führen. Nur wenige Tage danach schockierte er die Investoren mit der Ankündigung, dass der Gewinn im kommenden Jahr wohl deutlich einbrechen werde. Mittlerweile geht das Management davon aus, dass das Ergebnis 2016 voraussichtlich mehr als 30 Prozent unter den Analysten-Erwartungen liegen werde, die bereits im Juli deutlich eingedampft worden waren.

  • rtr
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