Nach Kapitalerhöhung Commerzbank arbeitet an Dividende

Knapp 114 Millionen neue Aktien hat die Commerzbank platziert. Bestehende Anteile werden verwässert. Doch winkt Anlegern ein Trost: 2016 könnte es wieder eine Dividende geben. Auch wenn diese klein ausfallen dürfte.
Update: 28.04.2015 - 12:39 Uhr Kommentieren
Deutschlands zweitgrößte Bank hat über Nacht eine Kapitalerhöhung vollzogen. Quelle: AFP

Deutschlands zweitgrößte Bank hat über Nacht eine Kapitalerhöhung vollzogen.

(Foto: AFP)

DüsseldorfGerade hat die Commerzbank Vorabmeldungen von Insidern bestätigt: Demnach sind 113.850.693 neue Aktien im Wege eines so genannten beschleunigten Bookbuildingverfahrens bei institutionellen Anlegern zu 12,10 Euro je Aktie platziert worden. Nach Angaben des Instituts hat die Commerzbank damit brutto rund 1,4 Milliarden Euro eingenommen.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der am Vortag überraschend angekündigten Kapitalmaßnahme steigt die harte Kernkapitalquote, wie sie Basel III vorgibt, auf 10,2 Prozent. Die Quote misst das Eigenkapital im Verhältnis zu den nach Risiko gewichteten Aktiva. „Damit wird schneller als geplant das vom Kapitalmarkt mittlerweile geforderte Niveau für die harte Kernkapitalquote erreicht“, so die Commerzbank.

Die Leverage-Ratio, die das Verhältnis von Eigenkapital zum Gesamtkapital misst, verbessert sich auf 3,9 Prozent. Die Leverage-Ratio ist im Regelwerk Basel III aufgenommen, dient allerdings bislang nur als „Beobachtungsgröße“ und sollte mindestens drei Prozent betragen.

Durch die Kapitalerhöhung sind bisherige Aktionäre weniger an der Commerzbank beteiligt. Trösten könnte da die Aktionäre eine Sache, die im Trubel um die Aktienplatzierung zunächst völlig untergegangen war: Erstmals seit 2008 bereitet das Institut ernsthaft eine Dividendenzahlung vor. Die entscheidenden Aussagen dazu hat die Bank relativ weit hinten in ihrer Ankündigung zur Kapitalerhöhung versteckt.

Darin steht, wie sich die Kapitalquote inklusive „einer Dividenden-Abgrenzung in Höhe von 57 Millionen Euro“ verbessert hat. Das Geld sei für Aktionäre „für eine mögliche Dividende“ für das kommende Jahr zurückgelegt worden, hieß es in Finanzkreisen. Die Bank wollte die Aussage nicht näher interpretieren. Für die Commerzbank unter Führung von Martin Blessing wäre es die erste Ausschüttung in seiner Amtszeit.

Dass die Bank prinzipiell wieder dazu berechtigt ist, eine Dividende zu zahlen, hatte Blessing bereits im Februar angekündigt. In diesem Jahr verzichtete die Bank jedoch bewusst auf so einen Schritt, weil sie zunächst ihre Kapitalquote verbessern wollte. Mit einer verlässlichen Ankündigung ist eine „Dividenden-Abgrenzung“ allerdings nicht gleichzusetzen. Sie ist eher ein Zeichen des guten Willens.

Monetär gesehen ist die Rücklage bislang auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Durch die Kapitalerhöhung ist die Zahl der ausstehenden Commerzbank-Aktien auf sagenhafte 1,25 Milliarden Stück gestiegen – und auch die neuen Aktien sind ab dem kommenden Jahr voll dividendenberechtigt. Momentan käme also auf jede Aktie eine Ausschüttung von 4,5 Cent zu. Die Bank hat aber noch drei Quartale Zeit, um auf diese Summe noch etwas draufzusatteln.

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