Nach Kursrutsch
Teurer Personenkult bei der Allianz

Bill Gross geht und mit ihm das Geld. Kunden ziehen Milliarden ab, die Allianz-Aktie ging auf Talfahrt. Am Montag erholt sich die Allianz-Aktie vom Gross-Schock. Ist die Allianz jetzt ein Schnäppchen?
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Düsseldorf4,3 Milliarden Euro – so viel kostete der Abgang einer einzigen Person die Allianz-Aktie. Nachdem am Freitag bekannt wurde, dass Bill Gross die Allianz-Tochter Pimco verlassen wird, brach der Kurs des deutschen Versicherers um mehr als sieben Prozent ein. Damit verlor die Allianz 4,3 Milliarden an Börsenwert – das entspricht in etwa dem gesamten Börsenwert von K+S.

Am Montag kommt etwas Ruhe bei der Allianz auf: Die Aktie geht auf Erholungskurs, gewinnt ein Prozent und ist stärkster Wert im Dax. Das Management präsentierte sich gelassen: Der Konzern sei auf den Abgang von Bill Gross vorbereitet gewesen, sagte der für die Vermögensverwaltung zuständige Allianz-Vorstand Jay Ralph in einem Interview im Handelsblatt. „Pimco hat sich in den vergangenen Jahren verändert, von einem gründergeführten Anleihe-Investor hin zu einem globalen Vermögensverwalter. Dass es irgendwann auch in der Führung Änderungen geben würde, war absehbar. Der Tag musste irgendwann kommen.“

Trotzdem: Obwohl der Abgang des Anleihekönigs absehbar war, traf sein Schritt die Anleger hart. „Gross war der kreative Kopf von Pimco, er hat den größten Fonds verwaltet - da ist diese Kursreaktion schon nachvollziehbar“, sagte ein Börsianer.

Gross verwaltete den Vorzeige-Anleihefonds Total Return zuletzt persönlich. Laut der US-Zeitung „Wall Street Journal“ haben die Kunden nach dem Weggang am vergangenen Freitag etwa zehn Milliarden Dollar abgezogen. Dabei haben Anleger bereits seit Mai 2013 70 Milliarden Dollar aus dem Fonds geholt.

Immerhin müssen Allianz-Anleger nicht zu viele Personalien verarbeiten: Michael Diekmann wird wohl Allianz-Chef bleiben, erfuhr das Handelsblatt. Für ihn wird die interne Altersgrenze für Vorstandsvorsitzende außer Kraft gesetzt, damit er an der Spitze des Konzerns bleiben kann. Diekmann soll vor allem bleiben, weil er noch viele offene Baustellen hat. Eine davon ist das US-Geschäft, speziell Pimco. Dort könnte mit dem neuen Chef Daniel Ivascyn demnächst ein frischer Wind wehen, der dann auch der Allianz-Aktie Auftrieb geben könnte.

Analysten sehen für die Aktie noch viel Potenzial. Der massive Kursrückgang vom Freitag sei übertrieben, schreibt Peter Eliot von der Berenberg Bank in seiner aktuellen Studie. Die Allianz-Aktie sei jetzt ein Schnäppchen und er empfiehlt die Aktie zum Kauf. Auch die DZ Bank sieht aktuell Einstiegskurse bei der Allianz.

Anders sieht das Hadley Cohen von der Deutschen Bank: „Die Marktstimmung in puncto Allianz ist derzeit klar negativ, so dass Anleger der Aktie nicht nachjagen sollten, auch wenn sie nun billiger sei.“ Er stuft die Aktie als neutral ein. Auch die Credit Suisse betonte, dass überraschende Wechsel Gross' signifikante Geldabflüsse auslösen dürfte.

Walter Epp
Walter Epp
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

Kommentare zu " Nach Kursrutsch: Teurer Personenkult bei der Allianz"

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  • Verwunderlich an dem Kursrutsch vom Freitag war höchstens, dass die ganze Bewegung ablief ohne eine einzige Vola-Unterunterbrechung auszulösen.

    Da möchte man(n) doch zu gerne wissen, wo Xetra in der Gattung die (geheimen) Statischen und Dynamischen Preisbänder (die 2 Kriterium für eine Xetra-Volatilitätsunterbrechung) hat, dass die Algos diese geschickt umgehen konnten ohne den Mist in die Vola zu schicken .....


    Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope.

    Carl Icahn Jr.
    - selbst. Börsenhändler -
    Algo- und System-Trading

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