Nach Kurssturz

Glencore-Aktionäre fassen weiter Mut

Hohe Schulden, niedrige Erlöse: Gerüchte über mangelnde Liquidität ließen die Papiere des britischen Rohstoffhändlers Glencore Anfang der Woche auf ein Rekordtief fallen. Doch nicht alle Anleger teilen die Sorge.
Nachdem Zweifel an der Zahlungsfähigkeit Glencores aufkamen, stürzte die Aktie auf ein Rekordtief. Zu tief, meinen viele Anleger. Quelle: Reuters
Zweifel an Glencores Liquidität

Nachdem Zweifel an der Zahlungsfähigkeit Glencores aufkamen, stürzte die Aktie auf ein Rekordtief. Zu tief, meinen viele Anleger.

(Foto: Reuters)

FrankfurtNach dem Kurssturz vom Wochenanfang haben Glencore am Donnerstag ihre Aufholjagd fortgesetzt. Mit 99,09 Pence – einem Tagesplus von 8,2 Prozent – übertrafen die Aktien in London zeitweise wieder den Freitagsschlusskurs von 97,22 Pence. Zweifel an der Zahlungsfähigkeit des Rohstoffgiganten hatten die Aktien zu Wochenbeginn auf ein Rekordtief von 66,67 Pence gedrückt. Viele Anleger hielten den Kurssturz für übertrieben. Unterstützt wurden die Aktien am Donnerstag auch von der Bekräftigung einer Kaufempfehlung durch die Citigroup mit einem Kursziel von 170 Pence. Die Unternehmensanleihen seien bis Ende 2016 gut gedeckt. Frühestens 2017 müsse Glencore neue Kredite aufnehmen.

Glencore sitzt auf einem 30 Milliarden Dollar hohen Schuldenberg. Der anhaltende Verfall der Rohstoffpreise schürte in den vergangenen Wochen Spekulationen auf finanzielle Engpässe. Die Renditen der Unternehmensanleihen sprangen in die Höhe. Inzwischen liegt die Rendite für Papiere bis 2020 wieder klar unter sieben Prozent. Am Dienstag hatten sie noch zeitweise über zehn Prozent gelegen, nachdem sie vor rund zwei Wochen noch unter drei Prozent notiert hatte.

Die fallenden Messer des Aktienmarkts

INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006231004
Börse
L&S

+0,09 +0,37%
+25,27€
Chart von INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 20: Infineon
1 von 20

Der deutsche Chipbauer hat nach jahrelanger Talfahrt wieder den Weg nach oben gefunden. Doch im Sommer musste Infineon eine Schwächephase hinnehmen. Über 14 Prozent gaben die Papiere in den vergangenen drei Monaten nach. Damit verloren die Aktien einen Großteil ihres Gewinns des laufenden Jahres. Seit dem 1. Januar liegen die Papiere nur noch 10,5 Prozent im Plus.

Kursentwicklung (drei Monate): - 14,3 Prozent

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
L&S

+0,00 +0,01%
+13,33€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Flop 19: Commerzbank
2 von 20

Das Polen-Geschäft macht der Commerzbank Sorgen. Auf die polnische Tochter mBank könnten im Zusammenhang mit Fremdwährungskrediten erhebliche Kosten zukommen. Einem Bericht der Zeitung „Dziennik Gazeta Prawna“ zufolge will Polens Staatspräsident Andrzej Duda nach den Parlamentswahlen den Abgeordneten ein Gesetz zur Umwandlung von Fremdwährungskrediten vorlegen. Insgesamt könnte den Geldhäusern, die Fremdwährungskredite vergeben haben, Wechselkursverluste im Volumen von umgerechnet 5,2 Milliarden Euro aufgebrummt werden.

Kursentwicklung: - 15,5 Prozent

LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005470405
Börse
L&S

+0,00 +0,00%
+74,04€
Chart von LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Flop 18: Lanxess
3 von 20

Das Dax-Abenteuer ist nach gerade einmal drei Jahren schon wieder vorbei. Der Spezialchemiekonzern Lanxess wurde im September wieder in den MDax degradiert. Für Lanxess kam der Immobilienkonzern Vonovia in den Dax. Für Belastung sorgen konjunkturelle Störfeuer in China und den Schwellenländern. Seine Ziele will Lanxess im laufenden Jahr dennoch erfüllen.

Kursentwicklung: - 16,0 Prozent

SYNGENTA AG NAM.-AKTIEN SF 0,10

WKN
ISIN
CH0011037469
Börse
Xetra

+1,50 +0,38%
0,00€
Chart von SYNGENTA AG NAM.-AKTIEN SF 0,10
Flop 17: Syngenta
4 von 20

Das Management des weltgrößten Herstellers von Pflanzenschutzmitteln steht nach der geplatzten Übernahme durch Monsanto stark unter Druck. Der Saatgut- und Genpflanzen-Hersteller aus St. Louis wollte 470 Franken je Aktie oder insgesamt mehr als 40 Milliarden Dollar auf den Tisch legen, war damit bei der Syngenta-Spitze aber abgeblitzt und hatte nach monatelangem Gezerre schließlich das Handtuch geworfen. Das Schweizer Unternehmen will unter anderem mit der Veräußerung von Geschäften und einem milliardenschweren Aktienrückkauf die Gunst der Anleger zurückgewinnen – bisher ohne großen Erfolg.

Kursentwicklung: - 16,7 Prozent

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
L&S

+0,06 +0,06%
+97,61€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 16: BASF
5 von 20

Die BASF-Tochter Wintershall hat mit dem russischen Gas-Riesen Gazprom einen Milliardendeal abgeschlossen. Geholfen hat es den Aktien von BASF jedoch nicht. In den vergangenen drei Monaten rauschten die Papiere fast 18 Prozent ins Minus. Die Kasseler BASF-Tochter Wintershall wird ihre Beteiligung an dem bislang gemeinsam betriebenen Gashandels- und Gasspeichergeschäft wie ursprünglich geplant vollständig an die Russen abgeben. Im Gegenzug soll BASF mehr Anteile an großen Erdgasfeldern in Sibirien erhalten.

Kursentwicklung: - 17,7 Prozent

LINDE AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006483001
Börse
L&S

-1,32 -0,70%
+187,61€
Chart von LINDE AG INHABER-AKTIEN O.N.
Flop 15: Linde
6 von 20

Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat die Einstufung für Linde nach einer Investorenveranstaltung auf „buy“ mit einem Kursziel von 224 Euro belassen. Der Hersteller von Industriegasen und Anlagen sei gut positioniert, um von globalen Wachstumstrends in den Industrie- und den Schwellenländern zu profitieren, schrieb Analyst Nils-Peter Gehrmann in einer Studie. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn de Branche ist laut NordLB-Analyst Thorsten Strauß von erhebliche Umwälzungen geprägt.

Kursentwicklung: - 18,1 Prozent

RENAULT S.A. ACTIONS PORT. EO 3,81

WKN
ISIN
FR0000131906
Börse
L&S

+0,99 +1,11%
+90,08€
Chart von RENAULT S.A. ACTIONS PORT. EO 3,81
Flop 14: Renault
7 von 20

Die Konjunkturschwäche in China bereitet vielen Autobauern Sorgen. Der Chef des französischen Autokonzerns Renault hingegen zeigt sich davon weitestgehend unbeeindruckt. „Wenn es einen Autobauer gibt, dem die Situation in China keine Sorgen bereitet, dann sind wir es“, sagte Konzernchef Carlos Ghosn der Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“. Die Anleger scheinen anderer Meinung zu sein. In den Sommermonaten rutschten die Renault-Aktien deutlich ins Minus.

Kursentwicklung: - 18,4 Prozent

  • rtr
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