Nach Meinung der meisten Finanzmarktexperten wird der Euro auf Dauer wieder an Boden gewinnen
Analysten sehen Dollar-Stärke als Episode

Der Euro fällt und fällt, doch viele Analysten beeindruckt das kaum. Sie bleiben standhaft optimistisch für die Gemeinschaftswährung. Wie schon bei einer Handelsblatt-Umfrage im Februar prophezeit die Mehrheit, dass der Euro zwar kurzfristig schwächer tendieren wird. Doch langfristig gerate der Dollar wieder unter Druck, da sind sich die Experten damals wie heute sicher.

DÜSSELDORF. Blick zurück: Als der Euro vor zwei Monaten über die Marke von 1,28 $ stieg, rechneten Analysten mit noch höheren Kursen. Die Prognosen reichten bis über 1,40 $. Auf kürzere Sicht aber war das Bild anders. Starke Wirtschaftsdaten in den USA und ein Anspringen des angeschlagenen Arbeitsmarkts könnten den Dollar vorübergehend befestigen und beim Euro für eine Korrektur sorgen, war damals die Sicht.

Die Korrektur kam, und die Gründe von damals sind die Erklärung. Gestern setzten starke Einzelhandelsumsätze in den USA den Euro unter Druck. „Die drastisch gefallene Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Anfang April hat den Markt aus den Fugen gehoben und ihn enthusiastisch für den Dollar werden lassen“, sagt Andreas Hahner von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Er rechnet in den nächsten drei bis sechs Monaten mit „etwas festeren“ Dollar-Kursen, die den Euro noch bis auf 1,15 $ fallen lassen könnten. „Danach geht es aber wieder aufwärts, denn dem Aufschwung in den USA fehlt die Nachhaltigkeit. Der Staat steuert mit massiven Einstellungen rund die Hälfte zur Entspannung auf dem Arbeitsmarkt bei“, sieht Hahner bis Jahresende wieder einen festeren Euro von 1,28 $. Kurse von 1,38 $, wie er noch im Februar prognostizierte, erwartet er allerdings nicht mehr: „Dafür ist der Euro jetzt technisch zu sehr angeschlagen.“

Auch Ulrich Beckmann von der Deutschen Bank sieht keine Veranlassung, seine Vision in Frage zu stellen. Der Leiter des Devisenresearchs erwartet gegenüber seinen Aussagen vom Februar lediglich eine etwas längere Korrekturphase, die den Euro bis auf 1,17 $ fallen lassen könnte. „Phantasie auf US-Zinserhöhungen schwächen den Euro. Zinssenkungsspekulationen in Euro-Land sind ein zusätzliches Argument gegen den Euro“, sieht Beckmann die Gemeinschaftswährung zunächst weiter unter Druck.

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