Nach Pleite

Pfleiderer nimmt Börsenpläne wieder auf

Und noch einmal: Nachdem der geplante Börsengang von Pfleiderer in Polen Ende Oktober scheiterte, versucht der bayerische Holzverarbeiter nun einen neuen Anlauf – und steckt seine Ziele deutlich niedriger.
Nach der Pfleiderer-Pleite 2012 übernahmen die Gläubiger den Konzern. Nun soll das Unternehmen wieder an die Börse. Quelle: dpa
Gläubigerübernahme

Nach der Pfleiderer-Pleite 2012 übernahmen die Gläubiger den Konzern. Nun soll das Unternehmen wieder an die Börse.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer bayerische Holzverarbeiter Pfleiderer nimmt in den nächsten Wochen einen neuen Anlauf zur Rückkehr an die Börse. Die Aktien werden beim zweiten Versuch billiger angeboten, wie Pfleiderer am Donnerstag in Neumarkt/Oberpfalz mitteilte. Einer der Gläubiger von Pfleiderer, der US-Finanzinvestor Strategic Value Partners (SVP), nimmt rund ein Drittel der angebotenen Aktien ab, um die Emission abzusichern. Durch die Aktienplatzierung soll Pfleiderer mit seiner in Warschau börsennotierten Tochter Pfleiderer Grajewo wieder zusammengeführt werden. Das erleichtert den Gläubigern, die den deutschen Mutterkonzern aus der Pleite gerettet hatten, den späteren Ausstieg.

Pfleiderer hatte die Platzierung Ende Oktober „aufgrund widriger Marktverhältnisse“ abgesagt. Polnische Investoren waren nicht bereit, die angebotenen Aktien des Holz-, Faserplatten- und Laminat-Herstellers innerhalb der Preisspanne von 27 bis 31 Zloty zu zeichnen. Nun bietet Pfleiderer Grajewo die Papiere zu 24 bis 26 Zloty an. An der Warschauer Börse notierten sie am Donnerstag bei 25,43 Zloty. Der Börsengang wird damit nur 740 Millionen Zloty (173 Millionen Euro) schwer, 160 Millionen Zloty kleiner als geplant. 490 Millionen Zloty davon gehen an Pfleiderer Grajewo. Damit soll vor allem die Übernahme der deutschen Pfleiderer finanziert werden.

Die deutsche Pfleiderer AG war 2012 in die Pleite gerutscht und von ihren Gläubigern übernommen worden. Diese hatten ihre Interessen in der Zweckgesellschaft Atlantik gebündelt. Diese reicht einen Teil ihrer Pfleiderer-Anteile nach dem Börsengang direkt an die Gläubiger weiter. Der Anteil von Atlantik an dem fusionierten Unternehmen sinkt damit auf 25 bis 33 Prozent.

Der Börsengang soll der Schlusspunkt der wirtschaftlichen Integration der beiden Pfleiderer-Unternehmen werden. Michael Wolf führt Pfleiderer und Pfleiderer Grajewo bereits seit Monaten in Personalunion. Beide Firmen zusammen kommen mit über 3000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von rund 960 Millionen Euro.

Für wen der Traum vom Börsengang geplatzt ist
Pfleiderer
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Die Rückkehr des bayerischen Holzverarbeiters Pfleiderer an die Börse ist vorerst gescheitert. Die Aktienplatzierung, mit der das Unternehmen mit seiner in Warschau börsennotierten Tochter Pfleiderer Grajewo zusammengeführt werden sollte, wurde nach dem Ende der Zeichnungsfrist am 22. Oktober „aufgrund widriger Marktverhältnisse” abgesagt. Der Grund: Polnische Investoren waren schlicht nicht bereit, Pfleiderers Aktien innerhalb der Preisspanne zu zeichnen. Diese hatte mit 27 bis 31 Zloty über dem Kurs der Grajewo-Aktie gelegen.

Nicht Mal ein „Börsengang durch die Hintertür” war drin
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Pfleiderer Grajewo wollte mit der erhofften Kapitalspritze von 900 Millionen Zloty (210 Millionen Euro) die deutsche Muttergesellschaft übernehmen – und wäre damit wieder als Einheit an der Warschauer Börse (hier ist der Handelssaal zu sehen) gelistet gewesen. Für die deutsche Firma, die 2012 in die Pleite gerutscht war und von ihren Gläubigern übernommen wurde, hätte es ein „Börsengang durch die Hintertür” sein können. Die Gläubiger wollten sich so ihren Einsatz mit der Verschmelzung zurückholen. Nun will es Pfleiderer zu einem späteren Zeitpunkt nochmal versuchen.

Steilmann
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Auch der Modehändler Steilmann muss bei seinem Börsengang in kleineren Dimensionen denken. Das Unternehmen, das in Deutschland an die Börse möchte, findet nicht genügend Investoren, hieß es am 22. Oktober. Statt mit bis zu 98 Millionen Euro begnügt sich Steilmann nun mit einem Erlös von 50,3 Millionen Euro.

Längere Zeichnungsfrist, billigere Aktien
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Das Aktienangebot wird auf 14,4 Millionen von bis zu 19,55 Millionen Papiere verkleinert, der Preis dafür auf 3,50 Euro festgesetzt. Das liegt am unteren Ende der bis zu fünf Euro reichenden Spanne. Auch wurde die Zeichnungsspanne bis zum 29. Oktober verlängert. Am 3. November sollen die Steilmann-Aktien erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt werden

Schaeffler
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Am 9. Oktober wagte der Automobilzulieferer Schaeffler den Gang aufs Parkett. Vorstandschef Klaus Rosenfeld (im Bild) betonte zwar im Nachhinein, dass der Börsengang „gut gelaufen” sei. „Es ging hier nicht darum, beim Preis noch das letzte Quäntchen herauszuholen“, so der Chef des Industriezulieferers gegenüber der „Welt am Sonntag”. Hauptziel sei es gewesen, die Schaeffler AG zu entschulden und die Aktie am Kapitalmarkt einzuführen. Doch der Gang aufs Parkett glich wohl eher einem Lauf über rohe Eier….

VW grätschte dazwischen
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…denn zu den wichtigsten Kunden Schaefflers zählt Volkswagen. Und just im September – also in der heißen Vorrunde des IPOs – sorgte der Autobauer für den wohl größten Unternehmensskandal der vergangenen Jahre: Dieselgate. Nicht nur schmierte die VW-Aktie um mehr als ein Drittel ab. Sie zog auch Papiere der deutschen Zulieferer mit sich in den Keller.

Investoren sind dennoch zuversichtlich
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Schaeffler musste sowohl den Ausgabepreis als auch das Aktienvolumen reduzieren. Ursprünglich sollten bis zu 166 Millionen Aktien ausgegeben werden, am Ende wurden es lediglich 75 Millionen Vorzugsaktien zum Ausgabepreis von 12,50 Euro. Allerdings gaben sich die Investoren zuversichtlich. Noch am Ausgabetag gewann die Schaeffler-Aktie rund einen Euro und kletterte bis auf 13,50 Euro.

  • rtr
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