Nach Quartalszahlen
Anleger trennen sich von Merck-Aktien

Die Aktien des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns waren am Montag der schwächste Wert im Deutschen Aktienindex. Doch die aktuellen Zahlen zum dritten Quartal fielen überwiegend wie vom Markt erwartet aus, auch einige aktuelle Analystenstimmen klingen positiv.
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DÜSSELDORF. Die Aktien von Merck KGaA sind am Montag nach der Vorlage der aktuellen Quartalszahlen um mehr als drei Prozent gefallen. Am Mittag sanken die Papiere um rund drei Prozent auf 67,65 Euro und waren damit der schwächste Wert im Dax, der gleichzeitig um 0,9 Prozent auf 5 792 Punkte zulegte. Dabei fielen die Quartalszahlen des Konzerns in etwa wie erwartet aus. Während der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) leicht enttäuscht habe, seien der Reingewinn und der Gewinn je Aktie etwas besser ausgefallen als gedacht, betonte etwa ein Frankfurter Aktienhändler.

Die Merck-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten nur etwas mehr als vier Prozent an Wert gewonnen und damit deutlich weniger als der Dax-Durchschnitt. Merck hatte zu Beginn dieses Jahres vor allem unter einem Nachfrageschwund aus der Elektronikindustrie nach den Grundsubstanzen für LCD-Fernseher und Handy-Displays gelitten. Dank der ungebremsten Beliebtheit der LCD-Fernseher hat sich die Branche zuletzt aber wieder erholt. Entsprechend erwartet der Konzern fürs Gesamtjahr 2009 in diesem Geschäftsbereich nun eine Rendite von 30 Prozent.

Merck kam im dritten Quartal auf einen operativen Gewinn von 222,2 Mio. Euro. Das ist ein Rückgang von 28,2 Prozent binnen Jahresfrist, womit das Unternehmen aber punktgenau die Schätzungen der Analysten traf. Aufgrund von Zuwächsen im Pharmabereich und Verbesserungen in dem durch die Krise getroffenen Chemiegeschäft legten die Umsätze um 2,7 Prozent auf 1,944 Mrd. Euro zu. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit einem Wachstum der Gesamterlöse von zwei Prozent bei einer bereinigten operativen Umsatzrendite von 17 Prozent. Bisher war ein Umsatzplus von bis zu fünf Prozent und eine bereinigte Umsatzrendite von 15 bis 20 Prozent in Aussicht gestellt worden.

Höchstes Kursziel bei 80 Euro

Laut Analyst Markus Mayer von der Unicredit sind zurzeit die Kosten für Forschung und Entwicklung weiterhin sehr hoch, während sich die Blockbuster der Pharmasparte besser als erwartet entwickelt hätten. Auch der hohe, frei verfügbare Cash Flow sei eine positive Überraschung. Der Experte hielt an seiner "Buy"-Einschätzung für die Merck-Papiere mit einem Kursziel von 80 Euro fest.

Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank votiert weiterhin mit "Add". Sein Kursziel für die Merck-Anteilsscheine liegt jedoch etwas niedriger bei 73 Euro. Trotz einer Rückstellung für Währungstransaktionen sei das Ergebnis im operativen Kerngeschäft besser als gedacht ausgefallen. Besonders die Sparten Flüssigkristalle und Consumer Health hätten sich gut entwickelt, schreibt er heute in seiner Einschätzung.

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