Nach schwachen Quartalszahlen
Epcos-Aktionäre hoffen auf Stabilisierung

Wie sich negative Überraschungen an der Börse auswirken können, hat der jüngste Kurssturz des TecDax-Wertes Epcos gezeigt. Das Unternehmen hatte die Anleger mit einem Quartalsverlust von acht Mill. Euro geschockt, der nur von wenigen erwartet worden war. Der Kurs der Epcos-Aktie fiel daraufhin um elf Prozent auf 10,69 Euro. Von diesem Niveau hat sich die Aktie bisher nicht erholt.

DÜSSELDORF. Zusätzlich kündigte Vorstandschef Gerhard Pegam an, dass der Elektronikkonzern das Geschäftsjahr wohl mit einem Verlust beenden wird. Für Epcos-Aktionäre war es nicht die erste unerfreuliche Überraschung. Schon im April hatte das Unternehmen Ergebnis und Erwartungen nach unten korrigiert. Das zweite Quartal hatte einen Verlust von 49 Mill. Euro gebracht. Die Aktie der ehemaligen Siemens-Tochter dümpelt seit Mitte 2002 zwischen fünf und 20 Euro. Zu Hochzeiten der Internetblase war Epcos dagegen Mitglied im Deutschen Aktienindex Dax, die Aktie kostete mehr als das Zehnfache des heutigen Werts.

Doch selbst auf dem niedrigen Niveau knapp über zehn Euro trauen Analysten der Aktie kaum etwas zu. Mehrere Banken senkten ihre Kursziele für Epcos nach Bekanntgabe der Quartalszahlen. Einige Experten stuften die Aktie auf „verkaufen“ herunter. „Der Ausblick zeigt, dass der Markt weiterhin schwierig bleibt und die Probleme nicht vollständig gelöst sind“, schreibt Gerold Deppisch von der Landesbank Baden-Württemberg. Er rechnet nicht mit einer signifikanten Verbesserung der Lage des Unternehmens.

Sinkende Nachfrage und Preisdruck belasten die Ergebnisse des Elektronik-Konzerns. Epcos stellt passive elektronische Bauteile her, die beispielsweise in Autos oder Laptops verwendet werden. Einer der größten Geschäftsbereiche sind OFW-Komponenten, die zur Verbesserung der Bild- und Tonqualität von Mobiltelefonen oder Fernsehern eingesetzt werden. Doch in diesem Bereich laufen die Geschäfte schlecht. Die Nachfrage aus der Mobilfunk- und Unterhaltungsindustrie ist deutlich zurückgegangen. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2004/2005 ging der Umsatz des Bereichs um 22 Prozent zurück.

Problematisch für Anleger ist, dass selbst das Unternehmen die Geschäftsentwicklung kaum zuverlässig vorhersagen kann, weil viele Kunden auf so genannten Konsignationslagern bestehen. Die Produkte in solch einem Lager, das auf dem Gelände des Kunden liegt, gehören so lange dem Lieferanten, bis etwas daraus entnommen wird. Weil aufgrund dieser Vereinbarung keine Vorbestellungen bei Epcos eingehen, ist das Geschäft kaum planbar.

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