Nach Übernahme
Postbank muss Platz im MDax räumen

Die Deutsche Bank hält knapp 52 Prozent der Postbank-Anteile. Für die Aktie der Post-Tochter heißt es daher bald Abschied nehmen aus dem MDax. Der Streubesitz ist zu gering, um weiter zum Index zu gehören.
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HB FRANKFURT. Die Postbank dürfte nach der Übernahme durch die Deutsche Bank bald aus dem Nebenwerte-Index MDax fliegen. Das größte deutsche Geldhaus sicherte sich 51,98 Prozent an der Postbank, wie das Institut am Montag mitteilte, die Deutsche Post hält weitere 39,5 Prozent. Damit liegt der für die Zugehörigkeit zum MDax relevante Streubesitz unter der entscheidenden Schwelle von zehn Prozent.

Die Deutsche Börse werde daher die Postbank wohl aus dem Index nehmen, wie mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen sagten. Ein Börse-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern. Favorit als MDax-Nachfolger ist Analysten zufolge das Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen.

Die Aussicht auf den Abstieg aus dem Index drückte die Aktie am Montag um fast fünf Prozent auf 22,80 Euro. Im Gegenzug stiegen die Papiere von Deutsche Wohnen um gut vier Prozent.

Die Deutsche Bank will die Postbank noch in diesem Jahr in die Bücher nehmen und damit die Abhängigkeit vom Investmentbanking reduzieren. Die Frankfurter Bank wird ihren Anteil zunächst auf 49,95 Prozent deckeln, indem sie die darüber hinausgehenden Aktien unter anderem an das französische Geldhaus Societe Generale verkauft. Damit umgeht sie lange Wartefristen bis zur Freigabe der Übernahme durch die US-Kartellbehörden, kann die Postbank aber dennoch in die Bilanz nehmen.

Den Anteil der Post bekommt die Bank über eine Pflichtumtauschanleihe und Optionen ab Februar 2012. Dann kann sie auch einen Beherrschungsvertrag abschließen. Die Kleinaktionäre herausdrängen und die Postbank von der Börse nehmen kann sie dagegen erst, wenn sie von Societe Generale die restlichen Aktien zurückkauft.

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