Nach Yukos-Affäre
Moody's erwartet Kapitalflucht aus Russland

Im zweiten Halbjahr erwartet die Ratingagentur Moody's eine verstärkte Kapitalflucht aus Russland, geht zugleich aber davon aus, dass das Land seine Schulden bezahlen kann.

HB MOSKAU. „Es liegt nahe anzunehmen, dass die Kapitalflucht sich im zweiten Halbjahr dieses Jahres beschleunigen wird“, sagte Moody's-Analyst Jonathan Schiffer am Mittwoch vor Journalisten. „Es scheint mir, dass Russland gezeigt hat, dass es seine Schulden bezahlen kann, selbst wenn es ein Problem der Kapitalflucht gibt.“ Die Festnahme des inzwischen zurückgetretenen Chefs des Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowski, hatte zuletzt das Vertrauen von Investoren in Russland erschüttert. Besorgnis machte sich breit, das Vorgehen gegen Chodorkowski könnte ein Signal für eine wachsende Einmischung des Staates in die Wirtschaft sein.

Wenige Tage nach der Festnahme Chodorkowskis hatte die Staatsanwaltschaft einen großen Teil der Yukos-Aktien beschlagnahmt. Dem mehrfachen Milliardär Chodorkowski werden Steuerhinterziehung und Betrug vorgeworfen. Chodorkowskis Anwälte bezeichnen das Vorgehen gegen ihren Mandanten als politisch motiviert. Der Unternehmer hat offen liberale Parteien unterstützt, die in Opposition zum russischen Präsidenten Wladimir Putin stehen. Dieser will sich im Frühjahr zur Wiederwahl stellen.

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