Nachfrage aus China beflügelt die Aktienkurse
Goldrausch bei Rohstoffwerten

An den Rohstoffmärkten geht die Post ab. Die rasant steigende Nachfrage nach „Commodities“ aus China und die anziehende Konjunktur in den Industrieländern treiben die Preise. Außerdem schürt das Comeback der Rohstoffe als Anlageform neben traditionellen Aktien und Anleihen die Hausse.

FRANKFURT/M. Gewinner sind die Aktien von Minengesellschaften, die überproportional von den Preisanstiegen der Rohstoffe profitieren. Das Interesse konzentriert sich auf Asien, dort besonders auf China, Südamerika, Russland und Afrika.

Es geht um Industriemetalle wie Kupfer und Nickel oder Blei, um Gold und Silber, aber auch um Energieträger und Agrarprodukte. Viele Rohstoffpreise erreichten gerade mehrjährige Höchststände, für Platin wird so viel gezahlt wie seit fast einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Und bisher lohnten Aktienengagements: Der weltweite Index für Minen- und Metallaktien gewann seit dem Tief im Herbst 2001 75 % (Grafik).

Noch steckt der Aufschwung nach Meinung einiger Experten in den Kinderschuhen. Aber nur wenige Asset- Manager wagen sich auf das schwierige Terrain der Rohstoffwerte. Dazu zählen die international renommierten Vermögensverwalter Felix Zulauf in Zürich und Marc Faber in Hongkong. Für Faber ist das Comeback der Rohstoffe sogar „ein Meilenstein in der Finanzgeschichte“. Auch Goldman Sachs, Merrill Lynch und seit kurzem die Deutsche Bank legen ihren Kunden Rohstoffanlagen ans Herz.

„Die Rohstoffnachfrage aus China ist heute fünfmal so hoch wie vor zehn Jahren – einfach phantastisch“, sagt Evy Hambro, Manager von Rohstoffaktienfonds bei Merrill Lynch Investment Managers in London. Er setzt u.a. auf Kupfer, Nickel und Zink. „Die qualitativ hochwertigsten Minen und Explorationsprojekte findet man in den Schwellenländern“, sagt Hambro. Er nennt Beispiele wie den chilenischen Kupferwert Amerigo Resources und Brasiliens Goldproduzenten Jaguar Mining. Auch wenn in Hambros World Mining Fund Standardwerte wie die in London notierten und breit aufgestellten Konzerne Rio Tinto und BHP Billiton am stärksten gewichtet sind: Die Musik spielt anderswo, zumindest gemessen an den Kursbewegungen. An der kanadischen Risikokapitalbörse beispielsweise haben sich die Kurse einiger kleiner Minen und Explorationsfirmen in wenigen Monaten vervielfacht.

Darüber hinaus zieht jetzt ein Megaprojekt das Interesse auf sich. Es geht um die Erschließung der Ressourcenvorkommen in der Mongolei. Pionierarbeit leistet hier die in Toronto notierte Ivanhoe Mines, deren Kurs sich in den letzten Monaten vervierfachte. Faber ist seit längerem fasziniert von dem Kupfer- und Gold-Explorationsprojekt von Ivanhoe im mongolischen Teil der Wüste Gobi. Jack Jones, Rohstoffexperte bei CIBC World Markets, sagte nach einer Informationsreise in die Mongolei: „Dort gibt es geradezu unglaubliche Explorationsmöglichkeiten – das Kursziel von Ivanhoe haben wir auf 15 Dollar angehoben“. Wie sehr die Mongolei die Phantasien beflügelt, zeigt die jüngste Aktion von Barrick Gold, einem der weltgrößten Goldförderer. Barrick erwarb gerade einen Anteil an einer kleinen kanadischen und in der Mongolei aktiven Firma.

Barrick hat – wie andere große Gesellschaften – auch ein Auge auf das rohstoffreiche Russland geworfen. Das Unternehmen kaufte gerade die russische Goldmine Highland Gold. „In dem Land gibt es exzellente Investmentchancen“, sagt auch Hambro. Politische Risiken, wie gerade am Fall Yukos, nimmt er gelassen und denkt langfristig: „Deswegen verschwindet das Gold ja nicht aus dem Boden.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%