Nachfrage steigt jedoch nicht
Schweizer Pharmakonzern steigt bei Epigenomics ein

Beim bevorstehenden Börsengang der Biotechfirma Epigenomics zeichnet einem Zeitungsbericht zufolge der Kooperationspartner Roche Aktien des Berliner Unternehmens. Aus Branchenkreisen verlautete zudem, Roche habe schon seit geraumer Zeit Interesse an Epigenomics bekundet.

HB FRANKFURT. Der Schweizer Pharmakonzern habe sich mit „einem Volumen, mit dem sonst nur Fonds reingehen“ bei Epigenomics engagiert, heißt es aus Finanzkreisen. Epigenomics plant für Freitag ihre Erstnotiz an der Frankfurter Börse. In Branchenkreisen hieß es dazu: „Roche hat schon seit einiger Zeit sein Interesse an der Firma ausgedrückt.“ Als Haupt-Entwicklungspartner habe Roche mit dem Unternehmen über verschiedene Kooperationswege gesprochen.

In den Branchenkreisen hieß es weiter, zu den Möglichkeiten für Roche zählten eine Aktienbeteiligung an Epigenomics aber auch eine Erweiterung der Zusammenarbeit. Beide Firmen wollten sich dazu nicht äußern. Epigenomics entwickelt auf Basis von Erbgutuntersuchungen Verfahren für die Erkennung von Krankheiten wie Krebs. Dabei arbeitet der Börsenkandidat bei der Mehrzahl seiner Krebsdiagnostik- und Pharmadiagnostikprodukte mit Roche zusammen.

Seit vergangener Woche wirbt Epigenomics auf der so genannten Roadshow für den Börsengang. „Die Grundstimmung bei den US-Investoren ist sehr gut“, heißt es weiter. Es gebe keine Anzeichen, dass die Preisspanne für den Börsengang gesenkt werden müsste. Die Aktien werden in einer Spanne von 11,90 Euro bis 14,50 Euro angeboten. Mehrere Fondsmanager kritisierten die Preisspanne indes als zu hoch.Epigenomics hat die Notierungsaufnahme für den 16. Juli 2004 im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse geplant, die Zeichnungsfrist endet am 15. Juli.

Epigenomics will die Einnahmen aus dem Börsengang (IPO) überwiegend in die Entwicklung eigener Produkte stecken. „Der Mittelzufluss aus dem IPO von 55 bis 67  Mill. Euro sollte ausreichen, um den Break-Even zu erreichen“, hatte Finanzchef Oliver Schacht vor kurzem gesagt. Eine Prognose, wann Epigenomics erstmals Gewinn machen werde, wollte er nicht wagen. Allerdings betonte er, dass das in Analysen von Banken genannte Jahr 2008 realistisch sei.

Epigenomics wäre der vierte Börsengang in Deutschland in diesem Jahr und der erste einer Biotechnologiefirma seit 2001. Wegen geringer Resonanz der Anleger haben 2004 bereits drei Firmen ihren Börsengang in letzter Minute abgesagt. Die Deutsche Postbank musste bei ihrem IPO Mitte Juni auf Druck der Fondsgesellschaften ihre Preisspanne senken. Im vorbörslichen Handel wurden Epigenomics-Aktien am Dienstag beim Brokerhhaus Lang & Schwarz zwischen 11,75 und 12,15 Euro gehandelt.

Die Nachfrage nach Epigenomics im Handel per Erscheinen bleibt jedoch dünn. Die Meldung, dass der Schweizer Pharmakonzern Roche 1% des Epigenomics-Angebots gezeichnet haben soll, sei zwar positiv, aber 1% sei nicht sehr viel. Am Graumarkt hätten Verkäufer daraufhin ihre Limits angehoben, viel mehr sei aber nicht passiert, berichtet ein Händler.

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