Nebenwerte
Diese Aktien lohnen sich

Aktien kleinerer Unternehmen sind bei vielen Anlegern verschrien: Zu schwankungsanfällig und riskant. Ein Irrglaube. Viele Nebenwerte haben in den vergangenen Jahren die Dax-Konzerne geschlagen - und das deutlich.
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FrankfurtLegt man die Dax- und die MDax-Kurve übereinander, zeigt sich über alle Börsenphasen eine deutlich bessere Entwicklung der Nebenwerte. Während der Dax weit von seinem Allzeithoch entfernt ist, fehlen dem MDax nur noch 300 Punkte.

Es ist ein Bild, wie es so oft in den vergangenen Jahren zu sehen war. 19 Prozent hat der Dax mit den 30 größten deutschen Aktien seit Jahresanfang zugelegt. Das ist sehr gut, auch wenn der Optimismus in den vergangenen Wochen stark von der Hoffnung auf weitere Hilfen der Notenbanken geschürt worden ist. Der MDax, in dem die 50 nächstgrößten Titel enthalten sind, hat in dieser Zeit schon ein Plus von 25 Prozent geschafft. Gut 300 Punkte fehlen noch, dann hätte er sogar sein bisheriges Allzeithoch aus dem Sommer 2007 überschritten. Der Dax ist davon noch meilenweit, sprich über 1 000 Punkte, entfernt.

Auch anderswo gleichen sich die Mechanismen, wenn es um Dax und MDax geht. Da rät die Mehrzahl der Experten in steter Eintracht vor allem zu den Schwergewichten im Dax. Die seien krisenresistenter als die mittleren und kleinen Titel, weil sich Großinvestoren in schweren Zeiten erst zum Schluss von Standardwerten wie Siemens oder BASF trennten, so der Tenor. Außerdem erhalten die Top-30-Aktien durch die Masse an Investorengeld, das seit Jahren in günstige Indexfonds fließt, quasi automatisch einen Schub. Denn die Indexfonds auf den Dax sind besonders populär.

Dabei schlagen sich die mittelgroßen Titel indes seit Jahren besser. "Bei vernünftigen Börsen mit ausreichend Liquidität bieten sich dort häufig bessere Chancen als bei den Schwergewichten", sagt Holger Schmitz, Vermögensverwalter bei Schmitz & Partner in Brione am Lago Maggiore. Der gebürtige Essener lernte sein Handwerk bei Börsenlegende André Kostolany und ist seit dem Jahr 1993 selbstständig.

Wie viele andere Vermögensverwalter sucht er im schier unendlichen Nebenwertesektor nach den unentdeckten Perlen. "Vielmals finden sich dort Weltmarktführer, die keiner kennt", sagt Schmitz. Vielen Privatanlegern fehlt schließlich häufig auch die Zeit, solche Titel zu finden und zu analysieren. Als klassische Beispiele nennt Schmitz den bayerischen Maschinenbauer für die Getränkeindustrie Krones sowie die Indus Holding mit ihrer Vielzahl am leistungsstarken mittelständischen Unternehmen.

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