Nebenwerte
MPC-Aktie springt an - und keiner weiß warum

Mehr als 90 Prozent hat die Aktie des Fonds-Emissionshauses MPC seit Jahresanfang verloren. Und Analysten übertreffen sich mit negativen Kommentaren. Ein plötzlicher Kurssprung um fast 40 Prozent will in dieses Bild so gar nicht passen. Selbst der Finanzchef des Unternehmens ist ratlos.

rad/HB FRANKFURT. Ein kräftiger Anstieg der Aktie von MPC Capital hat am Donnerstag für Verwirrung gesorgt. Die Aktien des im SDax notierten Emissionshauses zogen in der Spitze um 38 Prozent auf 6,04 Euro an. Finanzchef Ulf Hollländer wusste dafür zunächst aber ebenso wenig eine Erklärung wie Börsenhändler. "Ich wüsste es auch gern", sagte Holländer im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters mit Blick auf die möglichen Gründe für das Kursplus. "Von uns gibt es keine Neuigkeiten." Er habe auch keine Kenntnis von Investoren, die sich in größerem Stil mit MPC-Aktien eindecken wollten.

Holländer verwies darauf, dass viele Finanzwerte im Plus notierten und die Handelsvolumina mit MPC-Aktien relativ gering seien. Equinet-Analyst Thomas Nagel sprach von einer technischen Erholung. Seit Mitte September haben die MPC-Aktien 28 Prozent an Wert verloren. Seit Jahresanfang sind die Papiere gar von mehr als 60 Euro bis unter 4 Euro abgestürzt. Händler sprachen denn auch davon, dass die Aktie "total ausgebombt" sei. Die jetzt einsetzende Erholung beschleunige sich durch Deckungskäufe.

Auf den extremen Kursverfall hatte am Mittwoch auch das Bankhaus Lampe hingewiesen. Die Analysten der Bank nahmen ihre Verkaufsempfehlung für MPC deshalb zurück und geben als neues Anlageurteil "halten" aus. Das Kursziel legten sie allerdings lediglich bei fünf Euro fest. Das Unternehmen spüre deutlich die Auswirkungen der Anlegerzurückhaltung, hieß es zur Begründung. Dies spiegele das platzierte Eigenkapital wider. MPC hatte seine Prognose für das Platzierungsvolumen zuletzt von 1,1 Mrd. Euro auf 600 Mio. Euro zurückgenommen. Im bisherigen Jahresverlauf hat das Unternehmen 463 Mio. Euro eingeworben.

Für verstärkten Verkaufsdruck hatten zuletzt auch die Neunmonatszahlen des Unternehmens gesorgt. Das dritte Quartal beendete MPC mit einem auf 25,2 Mio. Euro halbierten Umsatz, einem auf 2,8 (10,9) Mio. mehr als gedrittelten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) und einem Fehlbetrag von 78,4 Mio. Euro. Letzterer entstand im Wesentlichen durch eine Abschreibung in Höhe von 80 Mio. Euro auf die Beteiligung an HCI.

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