Neue Aktien bei Anlegern kaum gefragt
Der Markt für Neuemissionen kühlt sich ab

Der mit viel Euphorie ins dritte Quartal gestartete Markt für Börsengänge hat einen Dämpfer erhalten. Einige Misserfolge bei Parkettdebüts und die insgesamt eingetrübte Stimmung an den Aktienmärkten lassen Anleger vorsichtiger werden.

ben FRANKFURT/M. Die Folge: Die Unternehmen, die an die Börse gehen, senken ihre Preisvorstellungen oder setzen die Zeichnungsspannen bereits von vornherein relativ niedrig an. „Wir sehen deutlich weniger Nachfrage“, sagte ein Händler von Lang & Schwarz, der die Aktien von Börsenkandidaten bereits vor der Erstnotiz handelt. „Die Euphorie ist erst einmal weg.“

Der Hintergrund: Einige der neuen Aktien am Markt notieren unter ihrem Ausgabekurs. So verloren die Aktien des Fondsanbieters HCI gegenüber dem Ausgabepreis 20 Prozent, bei dem Kölner Softwarehaus Tecon sind es immerhin rund neun Prozent Minus. Gleichzeitig büßte der Deutsche Aktienindex (Dax) seit Monatsbeginn rund 300 Punkte oder gut sechs Prozent an Wert ein. Allein den Debütanten aus der Zukunftsbranche Solarenergie kann das widrige Umfeld nichts anhaben. Sie notieren fast durchweg deutlich über den Ausgabepreisen.

Die Börsenkandidaten aus den übrigen Branchen reagieren dagegen mit einer Anpassung ihrer Preisvorstellungen. So senkte der Fondsanbieter Lloyd Fonds seine Preisspanne von zuvor 19 bis 21 Euro auf 16 bis 18 Euro. Auch das Biotech-Unternehmen Jerini, das seine Aktien seit Montag zur Zeichnung anbietet, ist vorsichtig: Bei einer Preisspanne von 3,20 bis 3,60 Euro ist das Unternehmen mit bis zu 176 Mill. Euro bewertet und damit 20 Prozent niedriger als von den Analysten des Konsortialführers Deutsche Bank geschätzt. „In der Tat hat sich der Markt abgeschwächt“, kommentierte Martin Hörstel, der bei der Bank für die Transaktion verantwortlich ist, die Preisfestlegung.

Weder für Jerini noch für Lloyd gab es aber bis zum Montagnachmittag im vorbörslichen Handel nennenswerte Nachfrage. Die Anleger seien derzeit einfach zu zurückhaltend, sagte ein Händler. Dieter Hein, Analyst von Fairesearch, sieht aber in der Anpassung der Unternehmensbewertung an die Nachfrage eine völlig normale Entwicklung: „Sicher ist es immer schwieriger, in einem schwachen Börsenumfeld Aktien zu platzieren. Was wir erleben, ist eine Normalisierung der Verhältnisse.“

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