Neue Börsenkandidaten
Anleger reißen sich um DKSH und Ziggo

Der Handelskonzern DKSH und der Kabelnetzbetreiber Ziggo beendeten die Zeichnungsfrist vor dem Börsengang wegen der großen Nachfrage früher als geplant. Ihre Preisspannen dürften sie also voll ausreizen.
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ZürichNach einer Flaute bei Börsengängen in Europa seit dem letzten Sommer reißen sich die Anleger um die Aktien von zwei neuen Börsenkandidaten. Der Schweizer Handelskonzern DKSH und der niederländische Kabelnetzbetreiber Ziggo dürften bei ihren Börsengängen die Preisspannen voll ausreizen können. Beide Firmen beendeten die Zeichnungsfrist wegen der großen Nachfrage früher als geplant. Investmentbanker, die mit sogenannten IPOs gutes Geld verdienen, hoffen, dass die beiden Firmen das Eis gebrochen haben und andere Firmen nach Ostern ebenfalls eine Börsennotierung in Angriff nehmen. In den vergangenen Monaten hatte die unsichere Marktlage infolge der Euro-Schuldenkrise Firmen in Europa die Lust auf die Börse erst einmal genommen.

Der Handelskonzern DKSH werde seine Titel mit 48 Franken am oberen Rand der geplanten Preisspanne platzieren, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen am Montag. Die Emission, die gut 30 Prozent der DKSH-Aktien umfasst, dürfte den Alteigentümern mit der Familiengesellschaft Diethelm Keller Holding an der Spitze 900 Millionen Franken (rund 750 Millionen Euro) in die Kasse spülen.

Noch größer dürfte der Börsengang des Kabelnetzbetreibers Ziggo ausfallen. Die Finanzinvestoren Cinven und Warburg Pincus wollen 50 Millionen Aktien oder 25 Prozent des Unternehmens an die Börse bringen und 925 Millionen Euro einnehmen. Mit 18,50 Euro dürfte der Preis ebenfalls am oberen Rand der Spanne liegen. Statt 20 Prozent sollen wegen der regen Nachfrage 25 Prozent der Aktien platziert werden. Der Börsenhandel mit DKSH-Aktien beginnt am Dienstag, am Mittwoch soll dann Ziggo folgen.

Die DKSH-Aktie ist für viele Anleger aus zwei Gründen interessant: Es handelt sich nicht um ein Start-up-Unternehmen sondern um eine 150 Jahre alte Firma mit einem Umsatz von mehr als sieben Milliarden Franken und gut 150 Millionen Franken Gewinn. Daneben bietet die Aktie Anlegern Zugang zum asiatischen Markt. Der Zürcher Konzern übernimmt dort für westliche Unternehmen Aufgaben wie Beschaffung, Marketing, Vertrieb, Inkasso und Kundendienst. Nicht nur mittelständische Maschinenbauer, auch Konzerne wie der Corn-Flakes-Hersteller Kellogg oder die Pharmafirma Roche sind DKSH-Kunden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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