Neue Eigenkapitalregeln
Bankaktien legen deutlich zu

Das könnte den Banken so passen: Offenbar plant das Finanzministerium, die Regeln für die Eigenkapitalberechnung zu lockern. Damit stünden die deutschen Institute besser da, als bisher gedacht. An der Börse kommt diese Nachricht gut an.

HB FRANKFURT. Bankaktien zählen zu den Gewinnern am deutschen Aktienmarkt. Die Papiere der Commerzbank glegten an der Dax-Spitze 5,3 Prozent auf 5,04 Euro zu und die Titel der Deutschen Bank rückten um 3,4 Prozent auf 42,72 Euro vor. Im MDax stiegen Postbank-Anteilsscheine um 2,4 Prozent auf 18,53 Euro. Zum Vergleich legte der Leitindex lediglich um 0,4 Prozent auf 4 671 Zähler zu.

Händler verwiesen als Antrieb auf einen Artikel in der "Financial Times Deutschland" (FTD), dem zufolge vor allem die teilstaatliche Commerzbank, aber auch Deutsche Bank und Postbank von einer geplanten Neuregelung der Eigenkapitalberechnung profitierten. Damit hätten sie wieder mehr Spielraum für die Vergabe von Krediten, die mit Eigenkapital unterlegt werden müssen. Ein Börsianer sagte: "Das Gesetz ist auf die Commerzbank zugeschnitten." Die Meldung hat Marktteilnehmern zufolge die Stimmung für die Bankenbranche wieder etwas verbessert.

Konkret geht es um die Neubewertungsrücklage - ein Bilanzposten, der durch die Finanzkrise bei vielen Banken tiefrote Zahlen ausweist und deren Eigenkapital auffrisst. Verliert etwa eine Anleihe, die eine Bank im Bestand hat, an Wert, muss das Institut den Verlust nach derzeitigen Vorgaben über die Neubewertungsrücklage negativ auf das Eigenkapital anrechnen.

Ist die Neubewertungsrücklage positiv, so kann sie der Zeitung zufolge derzeit zu 45 Prozent als Ergänzungskapital auf das Eigenkapital angerechnet werden. Ist sie negativ, müsse sie zu 100 Prozent vom Kapital abgezogen werden. Geplant ist nun, diese Neubewertungsrücklage nicht auf das Eigenkapital anzurechnen.

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