Neue Runde
Börsenampel leuchtet grün

„Freie Fahrt nach oben!“ Geht es nach dem Urteil der technisch orientierten Analysten, dann ist die kurze, aber heftige Korrektur an den Aktienmärkten ausgestanden. Das heißt: Die Rally geht in eine neue Runde. Allein das klare und damit für jedermann so offensichtliche Chartbild stört einige Charttechniker.

DÜSSELDORF. Wie am Schnürchen zogen die Kurse bis Februar nach oben, seitdem sie im Frühjahr letzten Jahres heftig nach unten weggebrochen waren. Umso größer war der Schrecken, als die Märkte vor vier Wochen jäh einknickten. Als der steile Aufwärtstrend rasch gebrochen war, schlugen die Charttechniker mehrheitlich Alarm und rieten zum Ausstieg. Doch das ist Schnee von gestern, nachdem die Kurse so rasant wie sie gefallen waren wieder nach oben schnellten.

Charttechniker orientieren sich an Kursmustern und lassen dabei fundamentale Einflüsse wie zuletzt die Immobilienkrise in den USA außen vor. Das hat den Vorteil, sich nicht von Emotionen leiten zu lassen. Weil vor allem professionelle Investoren ihre Kaufentscheidungen von Chartbildern und dem Urteil der technischen Analysten abhängig machen, wirken sich markante Trendbrüche oftmals kursverstärkend aus.

Dasselbe gilt aber auch umgekehrt. „Wir nehmen Kurs auf neue Hochs“, sagt HSBC-Analyst Jörg Scherer nach der zuletzt guten Börsenentwicklung. Optimistisch stimmt ihn der doppelte Boden: Das heißt, zwei Mal hintereinander stoppte der Kursverfall auf fast dem gleichen Niveau (Chart). Solch ein Muster interpretieren viele Anleger als Kaufsignal.

Prompt überwand das Kursbarometer anschließend das zwischenzeitliche Verlaufshoch der Korrektur bei 6 752 Punkten. Auf diese Weise wandelte sich der charttechnische Widerstand zur Nackenlinie und damit zu einer Unterstützung. Daraufhin vollendete sich die charttechnische Mustersituation: Die Kurse zogen kräftig nach oben.

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