Neuemission Biotechfirma Brain bei Börsengang unter Druck

Der erste deutsche Börsengang in diesem Jahr beginnt schleppend: Der Eröffnungskurs der Biotechfirma Brain notiert knapp unter seinem Ausgabepreis. Das schwache Marktumfeld macht dem hessischen Unternehmen zu schaffen.
„Einen schlechteren Tag für den Sprung an die Börse hätte sich das Unternehmen nach dem jüngsten Ausverkauf kaum aussuchen können.“ Quelle: dpa
Börse in Frankfurt

„Einen schlechteren Tag für den Sprung an die Börse hätte sich das Unternehmen nach dem jüngsten Ausverkauf kaum aussuchen können.“

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Biotechfirma Brain ist beim ersten Börsengang in diesem Jahr in Deutschland mit Kursverlusten gestartet. Der erste Kurs an der Frankfurter Börse lag am Dienstag mit 9,15 Euro noch über dem Ausgabepreis von neun Euro. Dann ging es am Vormittag bis auf 8,90 Euro abwärts.

Die Firma aus dem südhessischen Zwingenberg hatte den Gang aufs Parkett trotz heftigen Gegenwinds von den Aktienmärkten durchgezogen. Am Montag war der Dax erstmals seit Oktober 2014 wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 9000 Punkten gerutscht. Seit Jahresbeginn hat der deutsche Leitindex mehr als 16 Prozent verloren.

„Dass das Börsendebüt nicht besonders toll ausfällt, dürfte vor allem am schwierigen Marktumfeld liegen. Einen schlechteren Tag für den Sprung an die Börse hätte sich das Unternehmen nach dem jüngsten Ausverkauf kaum aussuchen können“, urteilte ein Händler.

Ein mieses Jahr für Bankaktien

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
L&S

-0,07 -0,69%
+10,76€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank
1 von 12

5,2 Milliarden Euro Ausgaben für juristische Auseinandersetzungen, 6,8 Milliarden Euro Verlust in der Bilanz – 2015 war wahrlich kein gutes Jahr für die Deutsche Bank. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate hat die Aktie an der Frankfurter Börse ein Drittel ihres Wertes eingebüßt. Fragt sich, ob ein Ende des Falles in Sicht ist: 2016 soll der Höhepunkt des Umbaus sein, sagte Cryan. Zudem drohen weiter Rechtsrisiken, etwa im Russland-Skandal.

Die Deutsche Bank ist allerdings nicht die einzige Bank, deren Aktie herbe Verluste einstecken muss. Der Stoxx Europe 600 Banks, der die Aktien europäischer Banken abbildet, ist ebenfalls stark gefallen: in den vergangen 52 Wochen um ein Fünftel.

Kursverlust seit dem 28. Januar 2015: 35,69 Prozent

Alle Daten Stand 28.01.2016.

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
L&S

+0,03 +0,33%
+10,20€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Commerzbank
2 von 12

Für den größten deutschen Konkurrenten der Deutschen Bank, die Commerzbank, läuft es ähnlich schlecht. Zuletzt rieten Analysten zum Verkauf der Aktie, weil sie kein klares Aufwärtspotenzial gebe. Dieses könnte vielleicht gehoben werden, wenn es der Bank gelingt, einen Nachfolger zu präsentieren – sowohl für den noch bis Oktober 2016 amtierenden CEO Martin Blessing als auch für den Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus-Peter Müller, der spätestens 2018 ausscheiden wird.

Kursverlust seit dem 28. Januar 2015: 31,5 Prozent

Alle Daten Stand 28.01.2016.

GOLDMAN SACHS GROUP INC., THE REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US38141G1040
Börse
L&S

-3,33 -1,63%
+200,61€
Chart von GOLDMAN SACHS GROUP INC., THE REGISTERED SHARES DL -,01
Goldman Sachs
3 von 12

Ende 2015 wurde die Investmentbank Goldman Sachs dann doch noch von den Rechtsstreitigkeiten eingeholt. Ein Vergleich wegen vermeintlichen Hypotheken-Betrugs kostete die Bank fünf Milliarden Dollar. Außerdem lief es im Anleihehandel zuletzt so schlecht wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Die Konsequenz: Der Nettogewinn im vierten Quartal 2015 brach um 72 Prozent ein.

Kursverlust seit dem 28. Januar 2015: 9,24 Prozent

Alle Daten Stand 28.01.2016.

MORGAN STANLEY REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US6174464486
Börse
L&S

+2,87 +6,65%
+45,67€
Chart von MORGAN STANLEY REGISTERED SHARES DL -,01
Morgan Stanley
4 von 12

Die US-amerikanische Investmentbank Morgan Stanley wies für das Jahr 2015 prächtig gestiegen Gewinne aus. Ihr Vorteil im Vergleich etwa zu anderen Großbanken: Sie mussten keine Rechnungen aus teuren Rechtsstreitigkeiten begleichen. Das half der Aktie der Bank trotzdem nicht auf die Sprünge. In den vergangenen zwölf Monaten steht ein dickes Minus zu Buche.

Kursverlust seit dem 28. Januar 2015: 25,5 Prozent

Alle Daten Stand 28.01.2016.

HSBC HOLDINGS PLC REGISTERED SHARES DL -,50

WKN
ISIN
GB0005405286
Börse
L&S

-0,10 -1,17%
+8,43€
Chart von HSBC HOLDINGS PLC REGISTERED SHARES DL -,50
HSBC
5 von 12

Auf ein maues Jahr blickt auch die britische Großbank HSBC zurück. Für etliche Mitarbeiter dürfte die Zukunftsperspektive nicht besser sein: Wegen diverser Altlasten und Strafzahlungen verkündete CEO Stuart Gulliver 2015 ein drastisches Sparprogramm. Bis zu 50.000 Stellen sollen bis 2017 wegfallen. Das entspricht etwa einem Fünftel der Mitarbeiter.

Kursverlust seit dem 28. Januar 2015: 26,9 Prozent

Alle Daten Stand 28.01.2016.

BANCO SANTANDER S.A. ACCIONES NOM. EO 0,50

WKN
ISIN
ES0113900J37
Börse
L&S

-0,13 -2,40%
+5,22€
Chart von BANCO SANTANDER S.A. ACCIONES NOM. EO 0,50
Banco Santander
6 von 12

Strenge Auflagen für europäische Banken zur Eigenkapitalquote und hunderte Millionen Entschädigungen für britische Kunden hemmen die spanische Universalbank Santander. Im letzten Quartal des Jahres 2015 hat es den Gewinn der Bank fast aufgezehrt. Es blieben nur 25 Millionen Euro Gewinn übrig – ein Jahr zuvor waren es noch 1,46 Milliarden.

Kursverlust seit dem 28. Januar 2015: 33,87 Prozent

Alle Daten Stand 28.01.2016.

BARCLAYS PLC REGISTERED SHARES LS 0,25

WKN
ISIN
GB0031348658
Börse
L&S

-0,02 -0,74%
+2,38€
Chart von BARCLAYS PLC REGISTERED SHARES LS 0,25
Barclays
7 von 12

Der Börsenwert von Barclays ist in den vergangenen zwölf Monaten um ein Viertel eingebrochen. So hat sich die britische Großbank das sicher nicht vorgestellt. Doch auch sie steht wie die anderen Finanzinstituten vor den Herausforderungen strengerer Auflagen durch die Bankenaufsicht. Barclays hat sich selbst ein strenges Sparprogramm auferlegt, bei dem bis 2017 30.000 Stellen gestrichen werden sollen.

Kursverlust seit dem 28. Januar 2015: 24,68 Prozent

Alle Daten Stand 28.01.2016.

Brain hatte dem schwachen Marktumfeld bereits Tribut gezollt und seine Aktien am unteren Ende der bis zwölf Euro reichenden Preisspanne zugeteilt. Das Unternehmen ist nicht nur der erste Börsengang in Frankfurt in diesem Jahr, sondern auch die erste Neuemission in der Biotech-Branche seit 2006. Die Firma hat dabei 31,5 Millionen Euro eingenommen.

Brain macht Enzyme, Mikroorganismen und andere Wirkstoffe für industrielle Anwendungen in der Chemie-, Kosmetik-, Nahrungsmittel- und Medizinindustrie nutzbar. Aus den Laboren der Firma kommen etwa Enzyme, die Waschmittel auch bei niedrigen Temperaturen wirksam machen. Im vergangenen Geschäftsjahr 2014/15 verbuchte Brain bei einer Gesamtleistung von knapp 26 Millionen Euro einen operativen Verlust von 4,6 Millionen.

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