Neuemission
Demag Cranes will mehr als 460 Millionen Euro einnehmen

Der Kranhersteller Demag Cranes aus Wetter an der Ruhr bietet bei seinem für den 20. Juni geplanten Börsengang insgesamt 14,95 Millionen Aktien in einer Preisspanne von 26 bis 31 Euro an (ISIN DE000DCAG010). Der Emissionserlös fließt komplett den Altaktionären zu.

FRANKFURT. Mit dem Erlös von bis zu 463,5 Mill. Euro könnte die Demag-Aktie die zweitgrößte Emission in diesem Jahr nach Wacker Chemie (1,2 Mrd. Euro) und knapp vor Air Berlin (444 Mill. Euro) werden. Die Anleger können die Aktie vom 7. bis zum 19. Juni zeichnen. Das gab die Gesellschaft gestern in Frankfurt bekannt. Konsortialführer sind Goldman Sachs und Lehman Brothers. Mit im Konsortium sind die Commerzbank, die Hypo-Vereinsbank sowie die WestLB.

Neu ist im Vergleich mit den jüngsten Emissionen in Deutschland, dass diesmal dem Unternehmen kein einziger Euro zufließt, sondern einzig die Altaktionäre Anteile abgeben. Dabei handelt es sich um die Luxemburger Demag-Tochter, an der die Beteiligungsgesellschaft KKR und Siemens beteiligt sind. Bislang war es bei Emissionen üblich, dass zwar ein großer Teil des Emissionserlöses an die Altaktionäre ging und zumindest ein Teil des Geldes dem Unternehmen zufloss. Die Demag-Aktien befinden sich künftig bei vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption von 1,95 Millionen Aktien zu rund 70 Prozent im Streubesitz.

Der Börsenkandidat bietet unter den Marken „Demag“ Industriekräne und Krankomponenten sowie unter der Marke „Gottwald“ Hafenkräne und Technologie zur Hafenautomatisierung an. Größter Konkurrent ist der Kranhersteller Liebherr. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2005/06 (zum 30. September) steigerte Demag Cranes – dort arbeiten rund 5 600 Mitarbeiter, den Umsatz auf 465,2 Mill. Euro von 392,1 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. Im operativen Geschäft kletterte der Gewinn (Ebit) auf 19,4 Mill. von 5,8 Mill. Euro, unter dem Strich wies die Gesellschaft einen Überschuss von 8,6 Mill. Euro aus. Als Wachstumstreiber sieht das Traditionsunternehmen das Hafengeschäft sowie den Service-Bereich mit Wartungsdienstleistungen.

Für das Gesamtjahr rechnen die Analysten der Commerzbank – die Bank ist Mitglied des Konsortiums – mit einem Umsatz von 972 Mill. Euro, nach 882 Mill. Euro im Vorjahr. Das Ebit soll von 64 Mill. auf 83 Mill. Euro ansteigen. Besonderes Wachstum sehen die Analysten Thomas Rau und Jutta Rosenbaum im Bereich Industriekräne. Hier sorge die weiterhin starke Nachfrage aus den Emerging Markets für einen Nachfrageschub.

Auch bei den Hafenkränen erhofft sich das Unternehmen kräftiges Wachstum, da viele Häfen wegen des enorm gestiegenen Containervolumens stark expandieren wollen. Daneben sprechen nach Ansicht der Commerzbank-Experten das starke Wachstum in Europa und den USA, die stabilen Preise sowie die erfolgreiche Entwicklung von Neuprodukten für das Unternehmen.

Demag Cranes ist der erste von insgesamt vier großen Börsengängen, die vor der Sommerpause noch an der Deutschen Börse erfolgen sollen. In den kommenden Wochen folgen noch die Baufirma Bauer, der Baumaschinen-Hersteller Wacker Construction sowie der Stahlhändler Klöckner. Damit steht zur Jahresmitte bereits fest, dass das Emissionsjahr 2006 das erfolgreichste seit dem Börsenboom im Jahr 2000 werden wird. Damals gingen weit über 150 Unternehmen an die Börse. Diesmal dürften die Zahl bei rund 30 liegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%