Neuemission
Güterwagenvermieter VTG plant Börsengang

Der Hamburger Kessel- und Güterwagenvermieter VTG will noch im Juni an die Börse gehen und dabei bis zu 222 Millionen Euro bei Investoren einsammeln.

HB FRANKFURT. Die ehemalige Tochter des Reisekonzerns Tui lässt sich von den jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten nicht beirren - anders als etwa die Immobilienfirma Boetzelen. Die hatte ihr für Donnerstag geplantes Börsendebüt kurzerhand abgesagt. „VTG ist bereit für die Börse“, sagte Vorstandschef Heiko Fischer am Donnerstag.

Insgesamt bietet Europas führender Waggonvermieter bis zu elf Mill. Aktien in einer Preisspanne von 16 bis 20 Euro zum Kauf an. Interessenten können die Papiere von Freitag an bis zum 27. Juni zeichnen. Das Börsendebüt im stark regulierten Prime Standard ist für den 28. Juni vorgesehen.

Über eine Kapitalerhöhung von bis zu 8,9 Mill. Aktien flössen der in den Bereichen Waggonvermietung, Schienenlogistik und Tankcontainerlogistik tätigen VTG maximal 178 Mill. Euro zu. Der Rest geht an die Luxemburger Compagnie Europeenne de Wagons (CEW), hinter der die US-Investmentfirma WL Ross steht. Diese hatte VTG Ende 2005 von Tui übernommen.

Mit dem frischen Kapital will Fischer die Expansion in Ost- und Südosteuropa vorantreiben. Darüber hinaus werde ein Markteintritt in Nordamerika sowie in Russland, der Ukraine und in Kasachstan geprüft. „Getrieben von der Renaissance der Schiene bieten die Märkte, in denen wir agieren, beachtliche Wachstumschancen“, sagte Fischer.

Im vergangenen Jahr setzte VTG 518,6 (2005: 435,2) Mill. Euro um. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte auf 113 (54,5) Mill. Euro, während der Vorsteuergewinn auf 15,3 (17,7) Mill. Euro sank.

Sollten alle angebotenen Aktien platziert werden, beläuft sich der Streubesitz nach der Emission auf 52 Prozent. Den Börsengang organisieren Goldman Sachs und UBS federführend. Mit im Bankenkonsortium sind auch die HVB und MM Warburg. Das Klima für Börsenaspiranten hat sich zuletzt wegen der Turbulenzen an den Aktienmärkten eingetrübt.

Zudem hatten Investoren bei den jüngsten Börsengängen Geld verloren: Die Aktien des seit Montag am Kapitalmarkt notierten Verpackungsherstellers Gerresheimer notieren ebenso unter dem Zuteilungspreis wie die Titel der Ende April an den Kapitalmarkt gegangenen Telefongesellschaft Versatel.

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