Neuemission Springer Nature und Nfon streben an die Börse

Die nächste große Emission an der Frankfurter Börse steht bevor. Der Wissenschaftsverlag und der Telefonspezialist wagen den Sprung auf das Börsenparkett.
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Der Wissenschaftsverlag verfügt über einen geschätzten Börsenwert von fünf Milliarden Euro. Quelle: AP
Springer Nature

Der Wissenschaftsverlag verfügt über einen geschätzten Börsenwert von fünf Milliarden Euro.

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DüsseldorfNach der Siemens-Tochter Healthineers und der DWS, der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank, steht eine weitere große Emission an der Frankfurter Börse bevor. Der Fach- und Wissenschaftsverlag Springer Nature beabsichtigt sein Debüt am Börsensegment Prime Standard und will mit dem Initial Public Offering – abgekürzt IPO – insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro erlösen. Der Sprung auf das Parkett erfolgt im Rahmen einer Kapitalerhöhung, teilte Springer Nature am Donnerstag mit.

Der im Eigentum der Holtzbrinck Publishing Group (HPG) und des Finanzinvestors BC Partners befindliche Wissenschaftsverlag, der auch das bekannte Magazin „Nature“ verlegt, wurde schon länger als Börsenkandidat gehandelt. Mit dem Erlös will Springer Nature die Verschuldung des Konzerns von rund drei auf zwei Milliarden Euro reduzieren. HPG wird sich nicht von Anteilen trennen und langfristiger Gesellschafter bleiben.

Springer Nature ist 2015 aus dem Zusammenschluss von Springer Science and Business Media sowie dem Geschäft von Macmillan Science and Education entstanden. Das Unternehmen sieht sich als größten Verlag für englischsprachige Wissenschaftsbücher und Weltmarktführer für Open-Access-Veröffentlichungen.

Im vergangenen Jahr publizierte Springer Nature nach eigenen Angaben mit rund einer Million Autoren insgesamt 300.000 Artikel und Aufsätze in 2.800 Magazinen und 13.000 Büchern. Auf den Online-Plattformen registriert das Unternehmen täglich über zwei Millionen Visits. „Wir wollen der anerkannteste und fortschrittlichste Wissenschaftsverlag sein“, sagt CEO Daniel Ropers.

Auf Konzernebene erzielte Springer Nature 2017 einen Umsatz von 1,64 Milliarden Euro, die Wachstumsrate betrug 2,5 Prozent. Der bereinigte Betriebsgewinn lag bei 374 Millionen Euro, entsprechend einer operativen Gewinnmarge von 22,9 Prozent. Etwa 71 Prozent der Einnahmen steuerte das Research-Segment bei.

Ab dem 13. April wird das Unternehmen in der Rechtsform einer KGaA firmieren, was größeren Spielraum bei der zukünftigen Mittelaufnahme garantiere, heißt es seitens des Unternehmens. Das Management von Springer Nature lockt mit einer generösen Dividendenpolitik – für das Geschäftsjahr 2018 sollen 110 Millionen Euro ausgeschüttet werden, danach 50 Prozent des bereinigten Jahresgewinns.

Der zukünftige Aufsichtsrat wird von Stefan von Holtzbrinck, dem CEO der Holtzbrinck Publishing Group, geleitet. Außerdem sind weitere deutsche und internationale Schwergewichte vertreten. Dem siebenköpfigen Gremium werden neben Ewald Walgenbach von BC Partners auch Obi Felten, Strategiechefin des Alphabet-Ablegers Moonshots, Simone Menne (Ex-Finanzvorstand der Lufthansa), Stefan Oschmann (Vorstandschef Merck) und Heidelberg-Cement-Chef Bernd Scheifele angehören.

Begleitet wird der Börsengang von den US-Banken JP Morgan und Morgan Stanley als globalen Konsortialführern. Die Deutsche Bank ist im Konsortium nicht vertreten.

Ebenfalls am Donnerstag hat der Telefonspezialist Nfon seine Absicht für einen sehr viel kleineren Börsengang mitgeteilt, der einen Bruttoerlös von 50 Millionen Euro erzielen soll. Das Unternehmen kommt im deutschen Markt bei den Nebenstellenanlagen für Geschäftskunden auf Basis der Cloud-Technik auf einen Marktanteil von gut 25 Prozent.

Weil damit eine standortunabhängige Wartung möglich ist, sind Kosteneinsparungen von 50 Prozent möglich, erklärt das Management um Vorstandschef Hans Szymanski. Bei einem Umsatz von 35,7 Millionen Euro wurde nach eigenen Angaben 2017 eine Gewinnmarge von 0,5 Prozent erzielt.

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