Neuemissionen
Börsengänge in Shanghai wieder erlaubt

Die chinesische Börsenaufsicht CSRC genehmigt ab sofort wieder Börsengänge in Shanghai. Für die dortigen Banken eine gute Nachricht. Allerdings dürften die Einnahmen geringer ausfallen, als ursprünglich gedacht.
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ShanghaiIn China dürfen erstmals seit vier Monaten wieder Unternehmen an die Börsen auf dem Festland gehen. Die Aufsicht CSRC gab zum Wochenstart grünes Licht für zehn Firmen, woraufhin am Dienstag gleich sieben von ihnen den erforderlichen Börsenprospekt veröffentlichten. Die Behörden hatten zuletzt für Shanghai und den kleineren Handelsplatz Shenzen keine Börsengänge (Initial Public Offerings, IPOs) mehr genehmigt, weil sie im Kampf gegen Preis-Manipulationen schärfere Vorschriften einführen wollen. So soll – ähnlich wie an den US-Börsen – künftig unter anderem der Angebotspreis für neue Aktien und der Zeitpunkt des Börsengangs stärker an die Marktnachfrage gekoppelt sein. Zudem soll verhindert werden, dass die Kurse neu ausgegebener Aktien kurz nach dem Börsengang mangels Marktpflege stark nachgeben und damit auch die Börsen-Indizes belasten.

In China hatte es wiederholt den Verdacht gegeben, bei IPOs werde gemauschelt. Deshalb hatten sich Firmen schon von Ende 2012 bis Anfang 2014 nicht registrieren dürfen.

Auf Börsengänge spezialisierte Banken wie Citic, Haitong und Guosen ist die jetzige Freigabe eine gute Nachricht – sie können ab sofort in dem Segment wieder Geld verdienen. Die von Wirtschaftsberatern zunächst vorausgesagten 300 IPOs auf dem Festland werden in diesem Jahr aber nicht mehr erreicht werden, vielmehr scheint eine Zahl von rund 150 realistisch. Für Investmentbanken dürfte die Flaute bedeuten, dass sie in dem Bereich etwa 650 Millionen Dollar weniger einnehmen als zunächst gedacht. In China erwirtschaften Investmentbanken 40 Prozent ihrer gesamten Umsätze mit Börsengängen in Asien (ohne Japan).

Auch Investoren hatten auf die Wiederfreigabe des IPO-Markts gehofft. Schließlich suchen sie angesichts weltweit niedriger Zinsen und geringer Renditen bei Staatsanleihen attraktivere Möglichkeiten zur Geldanlage. Die Kunst für die chinesischen Behörden wird nach Einschätzung von Beobachtern nun darin bestehen, das in den vergangenen Monaten aufgestaute Geld der Anleger so zu lenken, dass bei der Preisfindung für die jetzt anstehenden Börsengänge nicht zu Übertreibungen kommt.

Die sieben Unternehmen, die am Dienstag ihren Börsenprospekt veröffentlichten, wollen insgesamt bis zu 2,6 Milliarden Dollar bei ihrem Gang aufs Parkett einnehmen. Drei streben an den Handelsplatz in Shanghai, vier nach Shenzen. Die Aufsicht genehmigte am Montag noch drei weitere Börsengänge, diese Unternehmen legten aber zunächst keinen Prospekt vor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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