Neuemissionen
Dachpfannen bringen neue Hoffnung

Der Dachpfannen-Hersteller Braas Monier plant den größten Börsengang des Jahres in Frankfurt und nährt bei Investmentbankern Hoffnungen auf eine zweistellige Zahl von Neuemissionen. Anleger reagierten eher zurückhaltend.
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Frankfurt am Main Der Börsengang des Dachpfannen-Herstellers Braas Monier soll mit bis zu 621 Millionen Euro der größte in diesem Jahr in Deutschland werden. Doch die Frankfurter Börse hinkt damit London und anderen europäischen Börsenplätzen hinterher, wo es bereits Milliarden-Emissionen gab. Hierzulande ist Braas erst der dritte Börsengang des Jahres. Investmentbanker haben die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben, dass bis zum Jahresende mindestens zehn daraus werden.

„Wir sehen in Kontinentaleuropa eine sehr gute Performance bei Börsenneulingen, auch nach der Erstnotiz“, sagte Joachim von der Goltz, der für die UBS den Börsengang von Braas Monier mit begleitet. So hat die Aktie des Autozulieferers Stabilus seit dem Börsendebüt vor drei Wochen rund 13 Prozent zugelegt. „Wir hoffen, dass das auch anderen Unternehmen Lust macht für den Rest des Jahres.“ Vor dem Sommer stünden aber in Frankfurt keine weiteren Emissionen mehr auf der Tagesordnung.

„Es gibt noch zwei oder drei Kandidaten, die im September oder Oktober an die Börse kommen wollen“, sagte von der Goltz. Aber eine große Welle, wie sie im Frühjahr über Großbritannien geschwappt war, erwarten die Experten in Deutschland nicht. In London griffen vor allem britische Pensionsfonds begierig bei Börsengängen zu. „Da werden wir seit September jede Woche dazu aufgefordert, uns um ein Mandat zu bewerben“, sagte der Banker.

In Deutschland fehle diese Nachfrage. Viele Vermögensverwalter und Fondsgesellschaften litten unter Mittelabflüssen, müssten also erst Aktien aus ihrem Portfolio verkaufen, ehe sie in neue Firmen investieren könnten. Und kleinere Mittelständler hätten es schwer, ausländische Anleger auf sich aufmerksam zu machen, die in Deutschland bis zu 90 Prozent der Neuemissionen zeichnen. „US-Investoren interessieren sich erst ab einem Emissionsvolumen von 500 Millionen bis 600 Millionen Euro.“

Auf deutsche Privatanleger hoffen die Investmentbanker schon lange nicht mehr. Sie stünden allenfalls für drei Prozent der Nachfrage - selbst bei Unternehmen mit bekannten Marken wie Braas Monier. „Das wäre eine gute Gelegenheit, in den Aufschwung in Europa zu investieren, aber die Volksaktie sehe ich hier noch nicht“, bedauerte von der Goltz. „Ich weiß nicht, wann mein Bankberater mich zuletzt angesprochen hat, ob ich Aktien kaufen will“, sagte ein Experte, der nicht genannt werden wollte.

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