Neuemissionen Deutsche Börsengänge kommen nicht in Schwung

Chinas Unternehmer drängen an die Börse: Bisher fand fast jeder zweite Börsengang in diesem Jahr im Reich der Mitte statt. Die europäischen Neudotierungen dagegen brachen ein, vor allem in Großbritannien und Deutschland.
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In Deutschland stehen 2017 erst zwei Börsengänge zu Buche. Quelle: dpa
Börse Frankfurt

In Deutschland stehen 2017 erst zwei Börsengänge zu Buche.

(Foto: dpa)

FrankfurtFast jeder zweite Börsengang in diesem Jahr ist bisher in China über die Bühne gegangen. Die Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) zählte von Januar bis März weltweit 369 Neuemissionen, 92 Prozent mehr als zum Jahresbeginn 2016, wie sie am Dienstag mitteilte. Noch mehr waren es zuletzt Anfang 2007. Allein 182 Unternehmen gingen an eine chinesische Börse und vereinigten dabei 37 Prozent des globalen Emissionsvolumens von insgesamt 33,7 Milliarden Dollar auf sich.

„In China zeigen die Versuche der Aufsichtsbehörden, die IPO-Pipeline zügiger abzuarbeiten und Zulassungen zu beschleunigen, deutliche Erfolge“, sagte EY-Analyst Martin Steinbach. 670 Börsenkandidaten in China und weitere 130 in der Sonderverwaltungszone Hongkong warteten aber noch auf eine Zulassung.

Der weltweit größte Börsengang ist der US-Messaging-Dienst Snap, der 3,9 Milliarden Dollar einbrachte. Das ist fast so viel wie alle 33 Neuemissionen in Europa gemeinsam einsammelten (4,1 Milliarden Dollar). Vor allem in London brach das Emissionsvolumen ein: von 2,7 auf 1,1 Milliarden Dollar. Größter Börsengang in Europa war im ersten Quartal 2017 der spanische Sicherheitsdienstleister Prosegur Cash mit 798 Millionen Euro Volumen.

Der deutsche Markt kam erneut nur schwer in Gang. Mit dem Anlagenbauer Aumann und dem Produktions-Dienstleister IBU-tec schafften nur zwei Firmen den Sprung. Trotzdem hält Steinbach weiterhin zehn Börsengänge aus Deutschland für realistisch. „Es gibt schon einige vielversprechende Kandidaten, die in den Startlöchern stehen.“

Der größte davon wäre die Siemens-Medizintechnik-Sparte Healthineers. Siemens hat sich noch nicht festgelegt, ob sie in Frankfurt oder in New York an die Börse gebracht werden soll. Der Der Halbleiter-Auftragsfertiger X-Fab aus Erfurt hat sich bereits für die Pariser Euronext als Börsenplatz entschieden. Die Zeichnungsfrist für die X-Fab-Aktien läuft am Dienstag ab, das Börsendebüt ist für Donnerstag geplant.

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