Neuemissionen
Gerresheimer plant Milliarden-Börsengang für 11. Juni

Der Pharma-Zulieferer Gerresheimer will am 11. Juni an den Aktienmarkt zurückkehren und dabei mehr als eine Milliarde Euro einsammeln. Das wäre der bislang größte Börsengang des Jahres, das im Besitz des Finanzinvestors Blackstone befindliche Traditionsunternehmen wäre damit ein heißer Kandidat für den Nebenwerteindex MDax.

HB FRANKFURT. Wie der Düsseldorfer Börsenkandidat am Freitag mitteilte, sollen insgesamt bis zu 25,3 Mill. Aktien in einer Preisspanne von je 37 bis 45 Euro angeboten werden. Davon stammten bis zu 11,4 Mill. Titel aus einer Kapitalerhöhung, womit Gerresheimer das Firmenkonto um bis 513 Mill. Euro auffüllen könnte. „Der Börsengang soll es uns ermöglichen, unser organisches Wachstum durch gezielte Akquisitionen zu beschleunigen“, erklärte Vorstandschef Axel Herberg.

Inklusive der Mehrzuteilungsoption von 3,3 Mill. Papieren stammt der Großteil der angebotenen Aktien aus dem Besitz von Blackstone. Das gesamte Volumen der Emission bewegt sich damit zwischen 936 Mill. und 1,14 Mrd. Euro. Sollten alle der von Dienstag an bis zum 8. Juni zum Kauf angebotenen Aktien bei Investoren untergebracht werden können, befänden sich nach dem Börsendebüt bis zu 80,6 Prozent der Anteile im Streubesitz. Am Kapitalmarkt wäre Gerresheimer dann mit bis zu 1,4 Mrd. Euro bewertet.

Blackstone hatte Gerresheimer vor gut zwei Jahren den damaligen Eignern JPMorgan und Investcorp für 600 Mill. Euro abgekauft. Bis 2003 war die 1864 gegründete Gesellschaft schon einmal an der Börse gelistet.

Gerresheimer sieht sich als einer der weltweit führenden Produzenten von Glas- und Kunststoffverpackungen für die Pharmaindustrie und stellt etwa Arzneimittelfläschchen, Inhalatoren und Einwegspritzen her. Zu den Kunden zählen Pharmakonzerne wie Pfizer, Roche oder Sanofi Aventis. Proforma setzte die 9000 Mitarbeiter starke Gesellschaft 2006 rund 890 Mill. Euro um, wovon 247 Mill. Euro auf die kürzlich erworbene Wilden AG entfielen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrug 151 Mill. Euro. Im ersten Quartal 2007 wurde bei einem proforma Umsatz von rund 226 Mill. Euro ein Ebitda von etwa 40 Mill. Euro erzielt. Die Aktienemission koordiniert Credit Suisse zusammen mit Morgan Stanley. Mit im Bankenkonsortium sind zudem ABN Amro, Cazenove und Dresdner Kleinwort.

Gerresheimer dürfte mit seinem Gang an den Kapitalmarkt von dem zuletzt wieder erstarkten Interesse der Investoren an Börsenaspiranten profitieren. So hatten Wacker Construction und Deutsche Forfait dank der hohen Nachfrage ihre Aktien am oberen Ende der Preisspanne zuteilen können und den Anlegern zudem beim Börsendebüt Zeichnungsgewinne beschert. Zuvor hatten die meisten Börsenkandidaten ihre Anteilsscheine nur mit erheblichen Preiszugeständnissen bei Anlegern unterbringen können.

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