Neuemissionen
IPO-Markt liegt weltweit am Boden

Die Finanzkrise hat das Geschäft mit Neuemissionen an den internationalen Börsen fast zum Erliegen gebracht. Im ersten Quartal gingen nur noch 50 Unternehmen an den Aktienmarkt. Große Emissionen waren dabei Fehlanzeige. Wenn überhaupt trauten sich noch Firmen aus den Schwellenländern an die Börse.

HB STUTTGART. Flaute auf dem Börsenparkett: Nur noch 50 Unternehmen haben angesichts von Finanz- und Wirtschaftskrise seit Jahresanfang den Gang an den Aktienmarkt gewagt. Im ersten Quartal 2008 gab es weltweit dagegen noch 251 Initial Public Offerings (IPO) mit einem Emissionsvolumen von insgesamt 41,2 Mrd. Dollar, wie das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst & Young am Montag berichtete. Ende vergangenen Jahres waren es immerhin 78 Börsengänge.

In Deutschland wagte sich in den ersten drei Monaten kein einziges Unternehmen aufs Parkett. Die letzte Neuemission in Deutschland hatte es im Juni 2008 gegeben.

Die meisten Börsengänge fanden im ersten Quartal in Asien, insbesondere in Schwellenländern statt. "Der IPO-Markt in den Industrieländern ist derzeit weitgehend tot", erklärte Heinrich Lind, Partner bei Ernst & Young. "Nur sehr mutige Unternehmen wagen derzeit den Gang an die Börse die meisten warten auf bessere Zeiten."

Unternehmen warten auf Belebung der Wirtschaft

Viele Unternehmen warteten auf eine Belebung der Wirtschaft und ein günstigeres Umfeld, dafür müssten sie allerdings viel Geduld mitbringen. "Niemand kann derzeit voraussagen, wann sich das Marktumfeld wieder bessert", erklärte Lind.

Am ehesten wagten noch Unternehmen im Fernen Osten mit 31 IPOs den Gang an den Aktienmarkt. 15 der 20 größten Börsengänge fanden in dieser Region statt insbesondere in China, Japan und Südkorea. Gemessen an der Zahl der Erstnotierungen liegt die Südkoreanische Börse (Kosdaq) an erster Stelle, gefolgt von der Hong Kong Stock Exchange (HKEx) und der Australian Security Exchange (ASX).

Eher kleinere Börsengänge

Mit einem Anteil von 56,8 Prozent der weltweiten Emissionserlöse wurde allerdings an der New York Stock Exchange (Nyse) das meiste Kapital aufgenommen, obwohl dort nur zwei Unternehmen den Gang aufs Parkett wagten. Auf Platz zwei liegt die Hong Kong Stock Exchange mit einem Anteil von 14,5 Prozent, gefolgt von der Tokio Stock Exchange mit 3,1 Prozent.

Nur zwei Börsengänge im ersten Quartal hatten ein Volumen von mehr als 100 Mio. Dollar. Die drei größten IPOs waren: Der Börsengang des US-Babynahrungs-Herstellers Mead Johnson Nutrition (828 Mio. Dollar), der des chinesischen Goldminenunternehmen Real Gold Mining Ltd (133 Mio. Dollar) und der IPO des saudische Telekommunikations-Unternehmens Etihad Atheeb Telecommunication Company (80 Mio. Dollar). Diese drei machten gemeinsam 75 Prozent des insgesamt im ersten Quartal weltweit aufgenommenen Kapitals von 1,4 Mrd. Dollar aus. Die wichtigsten Branchen waren den Angaben zufolge Industrie, High Tec und Rohstoffe. Verschoben oder ganz abgesagt wurden 37 Börsengänge.

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