Neuemissionen
Milliarden-IPOs in den USA lassen hoffen

An den US-Börsen kaufen die Anleger wieder Aktien von Neulingen. Nicht nur der Börsengang der Brasilien-Tochter der Banco Santander, die gleichzeitig in New York und Sao Paulo notiert wird, lief gut. Auch die Aktien des Versicherungsmathematik-Spezialisten Veristk Analytics spielte fast zwei Milliarden Dollar ein.
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HB NEW YORK. Der Markt für Börsengänge kommt in den USA wieder in Schwung: Die brasilianische Tochter der spanischen Banco Santander nahm bei ihrem Debüt umgerechnet rund acht Mrd. Dollar ein. Damit ist es der größte Börsengang in den USA seit eineinhalb Jahren und brasilianischer Rekord. Auch der US-Spezialist für Versicherungsmathematik, Verisk Analytics, gab sein Börsendebüt mit Einnahmen von knapp 1,9 Mrd. Dollar.

Mit knapp zehn Mrd. Dollar bringen die beiden Börsengänge zusammen fast doppelt so viel Geld in die Kasse wie alle anderen IPOs in den USA in diesem Jahr. Die Papiere beider Unternehmen sollten am Mittwoch erstmals gehandelt werden: Banco Santander (Brasil) SA an der New York Stock Exchange und in Sao Paulo, Verisk an der US-Technologiebörse Nasdaq.

Banco Santander habe 600 Mio. Aktienpakete zu einem Preis von je 23,5 Real verkauft, teilte Banco Santander (Brasil) am Dienstag der Börsenaufsicht mit. Die Bank musste ihr Angebot aufstocken, um die Nachfrage der Investoren bedienen zu können. Der Ausgabepreis lag wie erwartet zwischen 22 und 25 Real. Die US-Papiere gingen für 13,50 Dollar je Stück an die Investoren. Angesichts der Größe des Angebots rechneten Analysten nicht mit großen Kursgewinnen bei der Erstnotiz am Mittwoch. Insgesamt habe die Bank auch von der größeren Nachfrage nach Aktien in Schwellenländern profitiert. Der Bovespa-Index kletterte in diesem Jahr bereits um knapp 70 Prozent.

Santander ist die drittgrößte Privatbank in Brasilien gemessen an der Bilanzsumme. Ein Teil der Erlöse aus dem Börsengang will die Bank in die Eröffnung neuer Filialen investieren. Zudem will das Geldhaus seine Kapitalquote verbessern.

Verisk legte den Ausgabepreis für seine Titel mit 22 Dollar fest. Erwartet worden war ein Preis zwischen 19 und 21 Dollar. Verisk, dessen Hauptgeschäft über die Tochter ISO läuft und das im Besitz mehrerer Versicherungsunternehmen ist, schaffte damit den größten IPO eines US-Unternehmens seit dem Börsengang des Kreditkartenunternehmens Visa mit einem Volumen von 19,6 Mrd. Dollar im März 2008.

Alle 85,25 Mio. verkauften Anteilsscheine stammten von Verisk-Eignern, teilte das Unternehmen mit. Dazu zählen unter anderem die Versicherer AIG, Hartford Financial Services Group und ACE Group. Auch die Firma des US-Milliardärs Warren Buffett, Berkshire Hathaway, hält Anteile an Verisk. Buffett ist der einzige Verisk-Großaktionär, der im Zuge des IPOs keine Aktien verkauft hat. Analysten werteten dies als "Vertrauensbeweis" an Verisk. Ein Analyst der Firma Morningstar sieht den Wert des Papiers zwischen 25 und 30 Dollar.

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