Neuemissionen nach Kurssturz
Börsendebütanten bleiben standhaft

Neun Unternehmen sind in diesem Jahr schon in Deutschland an die Börse gegangen. Dann kam der Kurssturz. Wer jedoch meint, nun seien die nächsten Börsenaspiranten abgeschreckt, der irrt. Große Unternehmen wie Demag Cranes, Wacker Construction Equipment und die Bauer AG wollen weiter aufs Parkett. Die Anleger dürfen sich auf Abschläge freuen.

FRANKFURT. Auch nach den Turbulenzen an den Aktienmärkten und dem enttäuschenden Debüt von Air Berlin rechnen die Beraterbanken nicht mit einer Zurückhaltung bei den geplanten Aktienemissionen (IPOs). Die Bewertungen am Aktienmarkt seien trotz der scharfen Korrektur noch immer attraktiv für die Unternehmen, sagt Jochen Grossmann von der Commerzbank.

Die Signale zumindest der großen Börsendebütanten sind eindeutig, auch nach dem Kursrutsch. „Das war kein Rückschlag für uns“, sagte Georg Sick, Vorstandschef des Münchener Baumaschinen-Herstellers Wacker Construction Equipment, dem Handelsblatt. Marktkreisen zufolge strebt das Unternehmen in der ersten Julihälfte die Erstnotiz im Premiumsegment Prime Standard der Deutschen Börse an und will dabei bis zu 400 Mill. Euro erlösen.

Ähnlich äußerte sich der Kran-Hersteller Demag Cranes, der am Montag sein Börsendebüt für den 20. Juni ankündigte und dabei mindestens 500 Mill. Euro einnehmen will. Damit wäre Demag der zweitgrößte Börsengang in diesem Jahr in Deutschland hinter Wacker Chemie mit 1,2 Mrd. Euro.

Die Kurskorrektur an den Börsen war lange erwartet worden, sagt Georg Hansel von der Deutschen Bank. Er ist nicht beunruhigt, da er keine fundamental neue Situation bei den Unternehmen oder mit Blick auf die Konjunktur erkennen kann. Die Unternehmen müssen allerdings wieder mit einem Emissionsabschlag zum fairen Wert der Aktien rechnen. Die Bewertung der Unternehmen müssr die veränderte Lage an den Märkten und die gestiegenen Risiken reflektieren.

Nach Ansicht von Josef Ritter von der Citigroup dürfte sich der Emissionsrabatt künftig bei rund 15 Prozent einschließlich des jüngsten Rückschlags von etwa 10 Prozent einpendeln, nachdem er angesichts der starken Nachfrage der Investoren zuletzt kaum mehr vorhanden war. In der Bewertung der Unternehmen müsse sich die veränderte Situation widerspiegeln. Für den Citibanker ist klar, dass die Investoren zunächst einmal größere Börsengänge von Unternehmen werden, die sich bereits mit mehreren Jahren erfolgreicher Firmengeschichte einen Namen gemacht haben.

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