Neuemissionen
Rusal erwägt größten Börsengang des Jahres

Der weltgrößte Aluminiumhersteller Rusal treibt seine Pläne für einen Börsengang offenbar voran und könnte dabei bis zu neun Mrd. Dollar einnehmen.

HB LONDON/MOSKAU. Sollte das russische Unternehmen den Schritt noch 2007 verwirklichen, wäre es der weltweit größte IPO des Jahres. Derzeit sondiere Rusal die Lage mit verschiedenen Banken, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen am Donnerstagabend.

Gehandelt werden sollen die Papiere den Angaben zufolge an der Londoner Börse. In einer Vorauswahl zur Betreuung des Börsengangs seien die Deutsche Bank und die US-Institute JPMorgan und Morgan Stanley ausgesucht worden, hieß es weiter. In der engeren Wahl für die Konsortialführung seien auch Credit Suisse, UBS und Goldman Sachs. Rusal wie auch die Banken lehnten Stellungnahmen zu den Informationen ab.

Rusal, einst Russian Aluminium, hatte im März angekündigt, binnen drei Jahren an die Börse gehen zu wollen. Miteigentümer Viktor Wexelberg hat bei früherer Gelegenheit geäußert, die Entscheidung über einen Börsengang könne bis August fallen. Das bis dato größte IPO dieses Jahres hatte der russischen Bank VTB im Mai acht Mrd. Dollar eingebracht.

Der Aluminium-Gigant war erst im Frühjahr durch die Fusion mit dem russischen Konkurrenten Sual und der Aluminium-Sparte des Schweizer Rohstoff-Händlers Glencore International zum weltweiten Branchenführer aufgestiegen. Das Unternehmen produziert pro Jahr 3,9 Mill. Tonnen Aluminium, was 12,5 Prozent des weltweiten Bedarfs entspricht. Beim Zwischenprodukt Aluminiumoxid beträgt Rusals Produktion 10,6 Mill. Tonnen oder 16 Prozent der Welterzeugung. Allerdings ist das Unternehmen auch mit Nettoschulden von 7,5 Mrd. Dollar belastet, wie vorige Woche bekannt wurde.

Trotz eines zunehmenden Angebots an Aluminium auf dem Weltmarkt sind die Preise für den Rohstoff dank des Nachfragewachstums wichtiger Abnehmerbranchen wie der Flugzeugindustrie stabil auf vergleichsweise hohem Niveau. Die Milliardeneinnahmen haben eine Fusionswelle in der Branche angestoßen. So könnte Rusal seine Position als Branchenprimus schon bald einbüßen, falls Alcoa mit seinem knapp 27 Mrd. Dollar schweren feindlichen Übernahmeversuch für den Konkurrenten Alcan Erfolg hat. Das fusionierte Unternehmen würde über 28 Prozent der weltweiten weltweiten Aluminium-Produktionskapazität und 20 Prozent der Verarbeitungskapazität verfügen.

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