Neuemissionen
VTB-Börsengang findet großen großen Anklang

Der Börsengang des zweitgrößten russischen Kreditinstituts, der staatlichen VTB Bank, hat über acht Mrd. Dollar eingespielt. VTB platzierte in Moskau 1,51 Bil-lionen Aktien zu je 13,6 Kopeken am oberen Ende der Zeichnungsspanne.

MOSKAU. Außerdem gab die VTB, die 1990 als Außenhandelsbank der damaligen Sowjetunion gegründet wurde, in London Aktienzertifikate zu je 10,56 Dollar aus, ebenfalls nahe des oberen Endes der Zeichnungsspanne. Damit kommt die Bank auf einen Marktwert von 38,5 Mrd. Dollar, mehr als die Commerzbank.

Der Handel an der Londoner Börse soll am 17. Mai starten. Begleitet wurde der Börsengang von Deutsche Bank AG, Goldman Sachs Group, Citigroup Inc. und die russische Renaissance Capital. Im grauen Handel in London am vergangenen Freitag legten die Zertifikate (GDR) um mehr als acht Prozent zu.

Insgesamt galt die Aktie als fünffach überzeichnet – vor allem die Nachfrage in Russland fiel höher aus, als erwartet. Mit dem Ergebnis des Börsengangs, der erste einer russischen Bank im Ausland, liegt VTB, die 22,5 Prozent ihrer Anteile auf den Markt brachte, knapp hinter dem der Sberbank, die im Februar in Russland Anteile im Wert von rund neun Mrd. Dollar an Anleger verkaufte. Der größte internationale Börsengang eines russischen Unternehmens, des staatlichen Öl-konzerns Rosneft, erzielte im vergangenen Jahr, über 10 Mrd. Dollar.

Anders als die Anteile der Sberbank, die für über 3000 Dollar das Stück verkauft wurden, hat die VTB auch echte Kleinanleger in Russland gewinnen können. Viele Russen hatten Anfang der neunziger Jahre Geld in dubiose Anlagefonds gesteckt und in der Finanzkrise 1998 oft ihr gesamtes Vermögen verloren. Das Vertrauen vor allem in die staatlichen Banken, Sberbank ist mit Abstand Marktführer, ist aber wieder gewachsen. Wegen des Andrangs in den VTB-Filialen verlängerte das Management die Zeichnungsfrist am Montag noch um einen weiteren Tag. In Russland lag die Nachfrage nach Aktien bei einen Wert von insgesamt 1,75 Mrd. Dollar.

Florian Fenner von UFG Asset Management hält die Bewertung der VTB Papiere für fair. Im Vergleich zur Sberbank gebe es einen gewissen Nachlass, weil die VTB derzeit noch nicht so stark im Verbaucherbereich (Retail) sei. „Der Markt in Russland boomt aber“, weiß Fenner. VTB habe eine gute Strategie, so dass davon auszugehen sei, dass die Bank weiter Marktanteile hinzugewinnen werde.

VTB konnte in Russland im vergangenen Jahr ihren Gewinn auf 1,18 Mrd. Dollar verdoppeln, an-getrieben vom Konsum-Boom in Russland, der von Immobilien bis zu Autos reicht. Vor allem angetrieben vom hohen Ölpreis wächst die russische Wirtschaft um gut sechs Prozent jährlich und ist inzwischen die zehntgrößte der Welt. Firmen und Privatpersonen haben allein im vergangenen Jahr 47 Prozent mehr Geld bei den Banken geliehen als im davorigen.

Nicht nur bei Kleinanlegern war der Appetit auf VTB-Aktien offenbar groß, auch internationale Fondsmanager haben starkes Interesse gezeigt. Nach Angaben aus Moskauer Finanzkreisen habe allein ein Kunde eine Order im Wert von einer Mrd. Dollar erzielt.

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