Neulinge enttäuschen
Der erste Börsentag war oft der beste

6,03 Mrd. Euro haben die insgesamt 18 Unternehmen, die im laufenden Jahr bis zur Sommerpause ins Premiumsegment Prime Standard der Deutschen Börse gingen, eingenommen. Die Zahl lässt auf ein weiteres Rekordjahr für Debüts schließen. Doch was für Unternehmen und Banken bislang ein einträgliches Geschäft war, entpuppte sich für Anleger oftmals als Reinfall.

FRANKFURT. Dass damit für das Gesamtjahr die Zahl von 7,5 Mrd. Euro von 2006 übertroffen wird und zudem erstmals seit dem Rekordjahr 2000 wieder ein zweistelliges Milliarden-Ergebnis möglich ist, steht für viele Banker bereits fest. „Die Entwicklung des ersten Halbjahres wird sich bis zum Jahresende fortsetzen“, sagt Christoph Stanger, der bei Goldman Sachs für die Emissionen im deutschsprachigen Raum verantwortlich ist.

Was jedoch für Unternehmen und Banken bislang ein einträgliches Geschäft war, entpuppte sich für Anleger oftmals als Reinfall. Etliche der Börsenneulinge dieses Jahres notieren unter ihrem Ausgabepreis. Besonders unter Druck geriet die Telekomgesellschaft Versatel, die derzeit rund 36 Prozent unter ihrem Ausgabepreis notiert.

Aber auch die zu Jahresbeginn noch mit viel Euphorie erwarteten Immobilienwerte haben enttäuscht. Die Alstria-Aktie als größter Vertreter der Zunft sind es derzeit 15 Prozent, die kleineren Werte wie Polis und Estavis bewegen sich um ihren Ausgabepreis herum. Einer der größten Verlierer ist auch die mit hohen Erwartungen gestartete erste deutsche Brennstoffzellen-Aktie von Smart Fuel Cell. Ein Drittel hat sie seit ihrem Börsendebüt Ende Mai verloren.

Getroffen von den Verlusten wurden jedoch nicht nur deutsche Investoren, sondern vor allem auch Großanleger aus London und New York, bei denen deutsche Börsenneulinge zuletzt extrem angesagt waren. „Angelsächsische Investoren haben einen etwas konjunkturoptimistischeren Blick für Deutschland, einheimische Investoren sind da vorsichtiger“, sagt Victor Moftakhar, Chef der Aktienanalyse bei der Deka Bank.

Besonders mit den Schwergewichten des laufenden Jahres ließ sich bislang kaum etwas verdienen. Tognum, der mit einen Volumen von über zwei Mrd. Euro schwerste Börsengang seit fast sieben Jahren, bewegt sich um seinen Ausgabepreis. Die knapp halb so große Emission des Pharma-Zulieferers Gerresheimer liegt sogar gut sieben Prozent darunter. Für Moftakhar ist das dennoch kein Grund zur Panik. Die Bewertungen von Börsenkandidaten sind seiner Ansicht nach zwar nicht mehr so günstig wie sie mal waren, dennoch sind sie immer noch interessant.

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