Neustart in Polen
Pfleiderer geht zurück an die Börse

Der Holzverarbeiter Pfleiderer war 2012 in die Pleite gerutscht. Nun will das Unternehmen einen Neustart wagen und geht erneut an die Börse – dieses Mal in Polen. Es wird ein „Börsengang durch die Hintertür”.

Frankfurt/WarschauDie Rückkehr des bayerischen Holzverarbeiters Pfleiderer an die Börse nimmt konkrete Formen an. Von Mitte November an wird das 2012 in die Pleite gerutschte Unternehmen in Warschau gelistete sein und nicht wie einst an der deutschen Börse. Die bisherige polnische Tochter Pfleiderer Grajewo gab am Montag den Startschuss für eine rund 900 Millionen Zloty (umgerechnet 210 Millionen Euro) schwere Kapitalerhöhung, mit deren Erlös das börsennotierte Unternehmen seine deutsche Muttergesellschaft schlucken will. Die an Pfleiderer beteiligten Finanzinvestoren nutzen die Gelegenheit, zugleich 6,1 Millionen Grajewo-Aktien auf den Markt zu werfen. Sie wollen damit ihre Beteiligung an dem fusionierten Spanplatten-Hersteller auf weniger als 50 Prozent abschmelzen lassen.

Die beiden Unternehmen waren durch die Pleite der Pfleiderer AG auseinandergerissen worden. Die fusionierte Pfleiderer Grajewo soll mit rund 960 Millionen Euro Umsatz und über 3000 Mitarbeitern wieder zu einem führenden Holz-, Faserplatten- und Laminat-Hersteller werden. Michael Wolff lenkt beide Firmen bereits seit einigen Monaten wieder gemeinsam.

Bisher hält die deutsche Pfleiderer GmbH 65,1 Prozent an der polnischen Tochter. Nach dem „Börsengang durch die Hintertür” soll die Mehrheit an Pfleiderer Grajewo polnischen Investoren wie Investment- und Pensionsfonds gehören. Der Schritt erlaubt den ehemaligen Gläubigern, die das bayerische Unternehmen nach der Insolvenz über ein luxemburgisches Investment-Vehikel aufgefangen hatten, auszusteigen und ihren Einsatz wieder zu Geld zu machen.

Pfleiderer Grajewo bietet die neuen Aktien und die Papiere aus dem Besitz der Ex-Gläubiger in einer Preisspanne von 27 bis 31 Zloty an. Sie können bis zum 22. Oktober gezeichnet werden. Der Preis liegt über dem Kurs der Grajewo-Aktie, die am Montag auf 25,75 Zloty fiel. Um wie geplant 900 Millionen Zloty einzunehmen, muss Grajewo das Kapital um rund zwei Drittel erhöhen. Begleitet wird die Kapitalerhöhung federführend von BNP Paribas und der Deutschen Bank. Grajewo ist an der Börse gut 300 Millionen Euro wert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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