Neuzugang für Börse Frankfurt
Steinhoff wechselt das Parkett

Der Eigentümer von „Poco“ und „Kika“, der Möbelkonzern Steinhoff, wechselt im Dezember auf das Frankfurter Parkett. Der Konzern ist die Nummer Zwei hinter Ikea. Eine Zweitlistung soll in Johannesburg bestehen bleiben.
  • 0

Der Frankfurter Börse winkt noch in diesem Jahr ein neues Schwergewicht: Der südafrikanische Möbelriese Steinhoff wechselt mit Wirkung zum 7. Dezember von der Börse Johannesburg nach Frankfurt, wie der Eigentümer der Möbelhausketten „Poco“ in Deutschland sowie „Kika“ und „Leiner“ in Österreich am Freitag mitteilte. Steinhoff ist an der Börse umgerechnet 21 Milliarden Euro wert und gilt als zweitgrößter Möbelhändler der Welt nach Ikea. Der Konzern will sich mit dem Wechsel nach Frankfurt neue Investorengruppen erschließen, zumal er den Großteil seines Umsatzes und Gewinns schon jetzt in Europa erwirtschaftet. Der Firmensitz soll in Südafrika bleiben, ein Zweitlistung soll in Johannesburg bestehen bleiben.

Steinhoff hatte den Wechsel nach Frankfurt eigentlich schon im vergangenen Jahr geplant. Doch das Projekt verzögerte sich, auch weil der Konzern in der Zwischenzeit kräftig umstrukturiert wurde. Die Firma war 1964 als Ein-Mann-Betrieb in Westerstede bei Bremen gegründet worden. Firmengründer Bruno Steinhoff hatte damals damit angefangen, Möbel in Osteuropa billig herstellen zu lassen und im Westen zu verkaufen. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs begann er selbst im Osten zu produzieren.

1996 legte Steinhoff die Firma mit dem Geschäft des aus der gleichen Region Deutschlands stammenden Textilunternehmers Claas Daun zusammen. 1998 ging die daraus entstandene Steinhoff International an die Börse in Johannesburg, 2011 kaufte sie die französische Möbelkette Conforama, zuletzt auch Kika und Leiner in Österreich. 2014 setzte der Konzern umgerechnet 8,6 Milliarden Euro um, zwei Drittel davon in Europa, und erzielte einen operativen Gewinn (Ebitda) von 1,5 Milliarden Euro.

Eine Kapitalerhöhung dürfte mit dem Börsenplatz-Wechsel nicht verbunden sein, da Steinhoff in den vergangenen zwölf Monaten schon Milliarden an frischem Kapital eingesammelt hat. Technisch werden die Aktien der bisherigen Anteilseigner im Verhältnis 1:1 in Papiere einer in den Niederlanden ansässigen Holding getauscht, die als Steinhoff International Holdings NV in Frankfurt gelistet wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Neuzugang für Börse Frankfurt: Steinhoff wechselt das Parkett"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%