Niederländischer Lebensversicherer verschreckt die Anlageprofis mit hohen Rückstellungen für das US-Geschäft
Analysten bewerten Aegon mit Skepsis

Mit seinen fondsgebundenen Lebensversicherungen machte Aegon im Börsenboom gute Geschäfte. In der Flaute hat der einstige Kassenschlager seinen Glanz eingebüßt. Analysten reagierten verschnupft, als Aegon nun erneut hohe Rückstellungen für sein US-Geschäft vornehmen musste.

DÜSSELDORF. Auch bei seinen eigenen Kapitalanlagen hatte der niederländische Versicherungskonzern offenbar nicht immer eine glückliche Hand. Analysten reagierten verschnupft, als Aegon nun erneut hohe Rückstellungen für sein US-Geschäft vornehmen musste. Der Konzern ist neben seinem Heimatmarkt vor allem in den USA und in Großbritannien tätig. Allein seit Jahresbeginn büßte die Aktie ein Drittel ihres Wertes ein. Mit ihrem heutigen Kurs von rund 8,50 Euro gilt sie zwar als billig. Doch Analysten warnen vor weiteren Risiken, unter anderem im US-Anleiheportfolio des Unternehmens.

An dieser pessimistischen Einschätzung konnte Aegon auch mit seinen unerwartet guten Zahlen für das zweite Quartal wenig ändern. Der Nettogewinn für das zweite Quartal kletterte auf 436 Mill. Euro, fast dreimal so viel wie im Vorjahr. Dies verdanke der Lebensversicherer allerdings vor allem Gewinnen in Höhe von 105 Mill. Euro aus dem Verkauf von Aktien und Immobilien, erläutert Jochen Schmitt, Analyst bei der Landesbank Rheinland- Pfalz (LRP). „Im zweiten Halbjahr werden die Investmentgewinne voraussichtlich wieder sinken.“ Für das gesamte Jahr werde Aegon daher einen Jahresüberschuss von nur 1,6319 Mrd. Euro ausweisen – neun Prozent weniger als 2003.

Im zweiten Quartal musste Aegon 87 Mill. US-Dollar für Risiken bei seinen US-Anleihen zurücklegen, 74 Prozent mehr als im ersten Quartal. „38 Prozent von Aegons US-Bonds haben ein Rating von BBB oder schlechter“, moniert Analyst Schmitt. „Hier müssen Anleger mit weiteren unangenehmen Überraschungen rechnen.“ Aegon hat einen Großteil seiner Kapitalanlagen in Anleihen investiert.

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