Niedrigere Margen
Für Europas Telekomwerte sind die fetten Jahre vorbei

Europäische Telekom-Aktien durchleben schwere Zeiten. Konkurrenzdruck und staatliche Vorschriften fordern vor allem die großen Ex-Monopolisten wie Deutsche Telekom oder France Télécom heraus. Bereits seit eineinhalb Jahren hinken europäische Telekom-Aktien dem Gesamtmarkt um über ein Drittel hinterher. Einige Anbieter wie die spanische Telefónica und die britische BT Group glänzen aber mit stimmigen Strategien.

FRANKFURT. Das meinen die nach Ansicht des US-Analyseunternehmens Starmine besten Analysten für den Telekommunikationssektor. Der Konkurrenzkampf macht den Anbietern auf breiter Front zu schaffen. „Sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk gibt es spürbare Risiken“, bestätigt Frank Rothauge, Telekom-Analyst bei Sal. Oppenheim. Beispiel Großbritannien: Seit Öffnung des Telefon-Festnetzes sind die Preise fürs Telefonieren um die Hälfte gesunken. Mehr als zehn Millionen Kunden hat der Ex-Monopolist BT seit 1996 verloren. Was BT hinter sich habe, erlebten gerade Deutsche Telekom und France Télécom, meint Rothauge. Den Südeuropäern stehe dies noch bevor. Überdies gelten die Mobilfunkmärkte in Europa als gesättigt.

Von Seiten der Regulierer drohen national wie auch EU-weit Preisgrenzen für Mobiltelefonie, DSL (Breitband) und vielleicht für SMS (Textnachrichten). Allein die EU-Pläne, die Gebühren für Handy-Gespräche in ausländischen Netzen (Roaming) zu begrenzen, hätte für die Telekomfirmen Schätzungen zufolge Umsatzeinbußen in der Sparte von fast 60 Prozent jährlich zur Folge.

Verstärkt werde die Unsicherheit durch häufige Strategiewechsel von Konzernlenkern, sagt Holger Bosse von Helaba Trust und verweist auf die Deutsche Telekom, die ihre Planzahlen für 2007 rasch wieder verwarf. Der Fall Telecom Italia treibt die Probleme der Branche auf die Spitze. Kaum hatte Konzernpräsident Tronchetti Provera vor elf Tagen seine Strategie vorgestellt, Festnetz und Mobilfunk nach eineinhalb Jahren wieder zu trennen und auf Internet und Medien zu setzen, war er auch schon zurückgetreten.

Zugleich äußerten Politiker die Idee, das Festnetz zu verstaatlichen, was Verhandlungen mit Medienmogul Rupert Murdoch vereitelte. Am gesrigen Donnerstag trieben Spekulationen um den Einstieg von Investoren den Aktienkurs der Telecom Italia hoch.

Neue Umsatzquellen versuchen viele Anbieter über die Bündelung von Angeboten aus Festnetz, Mobilfunk und Internetanschluss zu erschließen. In dieser Phase des Umbruchs halten sich Analysten mit Empfehlungen eher zurück.

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