Norddeutsche Affinerie will wieder Dividende ausschütten – Analysten rechnen mit steigendem Gewinn
Kupferhütte besinnt sich auf alte Werte

Konservative Anleger können sich freuen: Die Norddeutschen Affinerie (NA) in Hamburg hat gute Chancen, wieder in die Liga der Dividendenkönige aufzurücken.

HAMBURG. Roland Könen, Analyst bei der Frankfurter DZ-Bank, geht davon aus, dass NA–Aktionäre für das abgelaufene Geschäftsjahr 2003/04 (30. September) eine „überdurchschnittliche Dividendenrendite“ erhalten. Vor einigen Monaten hatte Konzernchef Werner Marnette betont, dass der Konzern zur Dividendenpolitik der Vergangenheit zurückkehren wolle. Er sehe den Konzern auf dem Weg, wieder eine „gute Dividende“ auszuschütten. Die Gesellschaft galt mit Renditen von sechs Prozent jahrelang als bester Dividendenzahler im M-Dax. Doch für das Geschäftsjahr 2002/03 hatte NA angesichts des rückläufigen Jahresüberschusses die Dividende ausfallen lassen.

Auch die Kursentwicklung dürfte die Anleger positiv stimmen: Seit Mitte 2003 marschierte die Notierung von Europas größter Kupferhütte von acht Euro bis auf 14 Euro. Erst in den vergangenen beiden Monaten sackte der Kurs wieder auf zwölf Euro. Grund hierfür sind nach Einschätzung von Analysten zum Teil die steigenden Preise für Kupferschrott, die vor allem aus der verstärkten Nachfrage aus China resultieren. Damit geraten die Hamburger unter Druck: „Wenn die Preise für Kupferschrott steigen, dann verengt sich bei der Norddeutschen Affinerie die Verarbeitungsmarge“, sagt Eggert Kuls, Analyst bei M.M. Warburg. Denn bei steigenden Einkaufspreisen verringert sich bei gegebenen Produktionskosten die Gewinnmarge. Wie dies den Ertrag im Jahr 2003/04 belastet, sagte er nicht. In den ersten neun Monaten konnte die NA das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) in der Kupfererzeugung auf 10,13 (0,36) Mill. Euro steigern. Die Norddeutsche Affinerie gehört zum weltgrößten Kupferschrott-Recycler. Das Unternehmen kauft Kupferschrott, um daraus neue Produkte zu erzeugen.

Trotz dieser Unwägbarkeit in der Kupfererzeugung ist Kuls optimistisch für die Aktie. Er empfiehlt sie weiter zum Kauf und nennt ein Kursziel von 14,50 Euro. Grund für seine Einschätzung sind vor allem die stark angezogenen Schmelzlöhne für Kupferkonzentrate. „Die Schmelz- und Raffinierlöhne sind im Laufe der vergangenen Monate deutlich gestiegen“, sagt Dirk Schlamp. Sie bewegen sich am Spottmarkt bei 117 Dollar bis 120 Dollar pro Tonne. Auslöser hierfür sind die hohen Kupferpreise. In der letzten Novemberwoche übertraf die Kupfernotierung mit 3 270 Dollar je Tonne das Oktober-Rekordhoch von 3 232 Dollar noch einmal.

Die steigenden Kupferpreise führen dazu, dass die Kupferminen weltweit deutlich mehr fördern. Dadurch können verarbeitende Hütten – wie die Norddeutsche Affinierie – ihre Überkapazitäten abbauen. „Der Ergebnisanstieg in der Kupferverarbeitung resultiert aus dem gestiegenen Kupferpreis, dem deutlichen Mengenzuwachs sowie auch aus zusätzlichen Einnahmen auf Grund gestiegener Kathodenprämien“, sagt Roland Könen, Analyst beim Bankhaus Lampe. In der Kupferverarbeitung steigerte der NA-Konzern in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2003/04 das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 8,2 Mill. Euro auf 22,4 Mill. Euro.

Trotz der unterschiedlichen Entwicklung der beiden Segmente Kupfererzeugung und -verarbeitung erwarten die Analysten für das laufende Geschäftsjahr einen Ertragszuwachs. Könen rechnet damit, dass das Vorsteuerergebnis auf 60 Mill. Euro steigt und Anleger mit einem Ergebnis pro Aktie von 1,04 Euro rechnen können. Für 2003/04 erwartet er hingegen ein Vorsteuerergebnis von 45 Mill. Euro, das Ergebnis pro Aktie soll bei 0,78 Euro liegen.

Auch DZ Bank-Analyst Schlamp rechnet für 2004/05 mit einer „erfreulichen Gewinnentwicklung“. Danach soll das Betriebsergebnis (Ebit) auf 66,8 Mill. Euro klettern. Für 2003/04 hat er ein Ebit von 56,1 Mill. Euro angepeilt. Er empfiehlt die Aktie weiterhin zum „Kauf“. NA-Vorstandschef Marnette hatte bislang keine konkreten Ertragszahlen für das Gesamtjahr 2003/2004 genannt. Er sprach bislang lediglich davon, ein „solides Ergebnis“ zu erwirtschaften.

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