Notierung in Hongkong und London im Dezember
Air China plant den Gang an die Börse

Chinas größte internationale Fluggesellschaft, Air China, will 2,8 Milliarden Aktien an die Börse bringen. Das geht aus einem Verkaufsdokument an Investoren hervor. Das Börsendebüt soll mindestens 750 Mill. Dollar einspielen, berichtet die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg.

HB DÜSSELDORF. Insgesamt sollen 30 Prozent der Air-China-Aktien an die Börse kommen. Am 16. Dezember soll die Aktie erstmals an den Börsen London und Hongkong gehandelt werden.

Präsentationen an beiden Börsenplätzen sind für den heutigen Montag geplant. Der Börseneinführungspreis soll in der Woche vom 6. Dezember festgelegt werden. Bei entsprechender Nachfrage könne Air China weitere 420,8 Mill. Aktien platzieren, heißt es weiter. Konsortialführer bei dem Börsendebüt sind die US-Investmentbank Merrill Lynch und die China International Capital, Chinas größte Investmentbank.

Analysten sind in der Beurteilung noch vorsichtig. „China gilt noch vor Indien als der größte Wachstumsmarkt in der globalen Luftverkehrsindustrie“, sagt Ulrich Horstmann, Luftfahrt-Analyst bei der Bayerischen Landesbank, „das dürfte die Air-China-Aktie für Investoren interessant machen“. Bis zum Jahr 2020 werden nach Schätzungen der World Tourism Organization 100 Millionen Chinesen eine Auslandsreise unternehmen.

Air China hat in den vergangenen Jahren stark in die Verjüngung ihrer Flotte investiert, um ihren etablierten Wettbewerben aus dem Westen auf den interkontinentalen Routen Paroli zu bieten. „Air China verfügt im internationalen Wettbewerb inzwischen über eine der jüngsten Flotten“, urteilt ein Insider aus der Branche. Dennoch mahnt das britische Analyseunternehmen Skytrax „dringende Investitionen in das Endprodukt und den Service“ an.

Air China, der Marktführer vor seinen beiden nationalen Konkurrenten China Southern Airlines und China Eastern Airlines, gilt unter den dreien als das Unternehmen mit der höchsten Rentabilität. Im Geschäftsjahr 2003 erwirtschaftete es einen Nettogewinn von 93 Mill. Yuan (8,7 Mill. Euro).

Air China hatte im Oktober Spekulationen ausgelöst, als die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific Airways ihre Absicht bekundete, beim anstehenden Börsengang 9,9 Prozent des Kapitals zu erwerben. Air China, ein enger Partner der Deutschen Lufthansa, gilt als Wunschpartner des führenden Serviceverbunds Star Alliance, der von der Lufthansa angeführt wird. Cathay Pacific gehört dem konkurrierenden Luftfahrtbündnis Oneworld unter Führung der British Airways an. China Southern bemüht sich um die Aufnahme in den Skyteam-Verbund, der von Air France-KLM geführt wird. Skyteam ist die Nummer zwei nach dem Marktführer Star Alliance.

Vorrang habe für Cathay jedoch der verbesserte Marktzugang nach China, heißt es im Unternehmen. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber glaubt, dass Air China der Star Alliance beitritt, wenn es Mitglied in einem Bündnis werden will.

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