Notierung noch 2006
Severstal bestätigt Börsenpläne für London

Der russische Stahlkonzern Severstal will noch in diesem Jahr an die Londoner Börse gehen. Das Unternehmen habe die Geldhäuser Citigroup, UBS und die Deutsche Bank als Konsortialführer beauftragt, erklärte Severstal am Freitag und bestätigte damit jüngste Spekulationen aus Finanzkreisen.

HB MOSKAU. Der Milliardär Alexej Mordaschow, der etwa 90 Prozent an Severstal hält, werde für den Börsengang einen Teil seiner Anteile abgeben. Ein genauer Termin wurde nicht genannt. Die Papiere würden internationalen institutionellen Investoren außerhalb der Russischen Föderation angeboten, darunter auch qualifizierten Käufern in den USA. Severstal erklärte weiter, nach dem Börsengang werde eine Kapitalerhöhung durch die Ausgabe zusätzlicher Aktien angestrebt. Aktuell sind die Stammaktien des Stahlherstellers bereits an den Börsen RTS und MICEX in Moskau notiert.

In mit der Situation vertrauten Bankkreisen wurde erwartet, dass Severstal an der Börse mit 12 bis 15 Mrd. Dollar bewertet werde. Derzeit beläuft sich der Wert des Unternehmens nach Marktkapitalisierung auf 11,7 Mrd. Dollar. Im August hatte es in Bankkreisen geheißen, der Börsengang im Oktober oder November solle dem Unternehmen bis zu 1,5 Mrd. Dollar in die Kassen spülen.

Den Erlös will Severstal in das laufende Geschäft sowie unter Umständen auch in Zukäufe investieren. Am Donnerstag war Severstal als ein möglicher Interessent für Corus genannt worden, nachdem zuvor die indische Tata Steel Ltd ebenfalls Interesse an dem britischen Wettbewerber angedeutet hatte.

Mordaschow sagte am Freitag, der Stahlkonzern wolle weltweit mindestens die Nummer Zwei der Branche werden. Der Severstal-Mehrheitseigner sagte, er halte nach Möglichkeiten für eine Expansion Ausschau und wolle diese durch Zukäufe, Joint Ventures und Partnerschaften so schnell wie möglich erreichen.

Der russische Konzern war zuletzt mit seinen Bemühungen um eine Fusion mit dem Konkurrenten Arcelor gescheitert. Severstal hatte sich in der monatelangen Abwehrschlacht des luxemburgischen Stahlkonzerns als Weißer Ritter angedient. Letztlich gab Arcelor jedoch dem Werben des Weltmarktführers Mittal nach und willigte in eine milliardenschwere Fusion mit Mittal ein.

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