"Notierungen in den USA sind zu hoch"
Ifo-Chef: Kein anhaltender Aufschwung der Aktienmärkte

Der Kursauftrieb an den Börsen wird nach Ansicht des Ökonomen Hans-Werner Sinn nicht von Dauer sein.

HB Berlin. „Einen Aufschwung wie in den 90er Jahren dürfte es nicht geben“, sagte der Präsident des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) der Zeitschrift „manager magazin“ in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview. „Immer noch bestehen schwere Ungleichgewichte, die Rückschläge auslösen können.“ Insbesondere zu den Aussichten für US-Aktien äußerte sich Sinn skeptisch. Gemessen an den Unternehmensgewinnen seien amerikanische Aktien sehr teuer. „Die Notierungen liegen weit über dem Durchschnitt der vergangenen 120 Jahre. Es wäre absonderlich, wenn die Amerikaner das derzeitige Niveau halten könnten.“

Dagegen seien deutsche Papiere korrekt bewertet und im internationalen Vergleich recht billig, zitierte das Magazin den Ifo-Chef. Grund für die Sonderentwicklung sei die Unsicherheit über die Politik. „Diese Zweifel werden erst überwunden, wenn es wirklich eine Strukturreform gibt, die diesen Namen auch verdient“, sagte Sinn dem Magazin weiter. „Im Moment verbreitet sich das Misstrauen gegenüber Deutschland weiter auf der ganzen Welt.“

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