„Nur“ 8,8 Milliarden Dollar: Russische Sberbank verpasst Ausgabeziel

„Nur“ 8,8 Milliarden Dollar
Russische Sberbank verpasst Ausgabeziel

Die staatliche russische Sberbank hat die Ausgabe zusätzlicher Aktien abgeschlossen und dabei den angepeilten Ertrag von 12 Mrd. Dollar verfehlt. Offenbar fanden viele Investoren die Aktie schlicht zu teuer - dabei hatte das Unternehmen mit markigen Sprüchen gezielt Kleinanleger umworben.

tom MOSKAU. Nach Angaben des russischen Finanzministeriums lag der Ausgabepreis pro Aktie bei 3 394 Dollar. Insgesamt strich die ehemalige sowjetische Sparkasse so nur rund 8,8 Mrd. Dollar ein. Damit bleibt der Börsengang aber immer noch der zweitgrößte in Russland überhaupt. Im vergangenen Jahr hatte der staatliche Ölkonzern Rosneft gut 10,7 Mrd. Dollar erzielt.

Analysten hatten damit gerechnet, dass die Sberbank einen größeren Abschlag auf den Ausgabepreis gewähren würde – er blieb aber mit vier Prozent auf den Schlusskurs am Dienstag hinter den Erwartungen zurück. Anders als Rosneft und die staatliche VTB Bank, die im Mai einen internationalen Börsengang plant, richtete sich die Ausgabe der Sberbank-Aktien, die von einigen Turbulenzen und Widersprüchen begleitet war, vor allem an reiche russische Anleger.

Die Bank hatte in ihren Filialen zwar mit einem „Börsengang für das Volk“ geworben, doch bei einem Ausgabepreis von über 3 000 Dollar für eine Aktie können selbst Angehörige der wachsenden russischen Mittelschicht in den großen Städten nicht mithalten.

„Die Sberbank wird das Geld vor allem einsetzen, um die steigende Nachfrage nach Konsumentenkrediten weiter abdecken zu können“, sagt Christopher Weafer, Chefstratege der Alfa Bank. Hinzu kommen Bedürfnisse der staatlichen Konzerne: Der Kreml versucht derzeit eine Reihe von „strategischen Industrien“ in staatlicher Hand zu konsolidieren, wie zum Beispiel die marode Flugzeugindustrie, die einen erheblichen Finanzierungsbedarf hat.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte auf einem Treffen mit den wichtigsten Wirtschaftsführern des Landes erst kürzlich mehr „Engagement“ der privaten Unternehmen beim Aufbau des Landes angemahnt. Einige aus dem Kreis der Versammelten dürften russischen Medienberichten zu Folge nun auch bei der Sberbank eingestiegen sein: „So ein Börsengang ist dann doch wesentlich eleganter als eine Enteignung“, unkt ein Bankenanalyst.

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