Nur ein schneller Anstieg würde Hoffnung machen
Charttechnisch verliert der Dax an Schwung

Anleger sollten strategische Engagements auf Basis des Deutschen Aktienindex (Dax) so lange zurückstellen, bis sich eine Bewegungsrichtung des Marktes abzuzeichnen beginnt. Das ist zumindest die Lagebeurteilung aus charttechnischer Sicht.

FRANKFURT/M. Der Dax bewegt sich auf Wochenbasis weiterhin innerhalb einer breit gefassten Konsolidierungszone. Diese Zone wird von den Bereichen um 3 700/3 690 Punkte als untere Begrenzung bzw. 4 150/4 170 Zähler als obere Begrenzung definiert.

Der aktuelle Aufwärtsimpuls auf Wochenbasis hat im Vergleich zu den vorangegangenen Sekundärtrends innerhalb der Konsolidierungszone deutlich weniger Kraft und Dynamik. Es gibt deshalb ein höheres Risiko, dass der laufende Aufwärtsimpuls möglicherweise nur als Zwischenreaktion anzusehen ist und das übergeordnete Risiko nach unten bestehen bleibt.

Konkret bedeutet dies: Noch befindet sich der Dax innerhalb einer Bewegungsphase auf Wochenbasis, die durchaus eine positive und optimistische Erwartungshaltung erlauben könnte. Die sich deutlich eintrübende Markttechnik signalisiert jedoch, dass das Risiko eines Trendabrisses nachhaltig steigt. Sollte dies eintreten, möglicherweise getrieben durch weitere Kursanstiege im Öl-Preis oder ähnliche Ereignisse, stünde erneut der Bereich um 3 700/3 690 zur Disposition. Würde diese Zone unterschritten, müsste man mit Blick auf die klassische Formationslehre ein analytisches Abwärtspotenzial bis in den Bereich um 3 250/3 200 Indexpunkte unterstellen.

Um eine deutlichere Indikation für eine kommende Bewegungsrichtung zu bekommen, bietet sich der Blick auf den Dax-Tageschart an. Hier fällt eine neue potenzielle Ausbildung einer Schiebe- bzw. Konsolidierungszone im Anschluss an den jüngsten Kursaufschwung auf. Die Begrenzungen dieser jungen Konsolidierungsphase, eingebettet in den breit gefassten Konsolidierungsbereich auf Wochenbasis, liegen in den Zonen um 3 856 und 3 940.

Diese junge Konsolidierungsphase führt jedoch zu einem weiteren Verlust an Schwungkraft und damit zu einer immer „neutraler“ zu interpretierenden Markttechnik. In der Konsequenz wird der Verlauf des Dax immer instabiler und immer weniger berechenbar mit Blick auf heftige Kursausschläge. In der Konsequenz steigt damit die Wahrscheinlichkeit von Ausschlägen in beide Richtungen.

Gelänge dem Index kurzfristig ein kraftvoll geführter Ausbruch über die Zone von 3 940/3 945 Punkten, könnte man eine Fortsetzung des jüngst auf Wochenbasis ausgebildeten Aufwärtsimpulses unterstellen. Bei einem Rutsch unter die erwähnte kritische Marke von 3856 Punkten dagegen droht ein Abrutschen Richtung 3 250/3 200 Zähler. Uwe Wagner, technischer Analyst, Vermögensverwaltung Wagner-Lang GmbH.

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