Nur institutionelle Anleger griffen zu
KlöCo enttäuscht beim Börsendebüt

Die Aktien des Traditionsunternehmens fielen an ihrem ersten Handelstag am Kapitalmarkt am Mittwoch um rund acht Prozent unter den Ausgabepreis, Zeichnungsgewinne verbuchten die Investoren damit nicht.

HB FRANKFURT. „Ich bin erst einmal sehr zufrieden, dass wir den Börsengang geschafft haben“, kommentierte Vorstandschef Thomas Ludwig den Einstand. „Wir sind nicht wegen des ersten Börsenpreises an die Börse gegangen. Man sollte ihn nicht überbewerten.“

Am Nachmittag wurden die KlöCo-Papiere in einem schwachen Gesamtmarkt bei 14,80 Euro gehandelt. Der Ausgabepreis von je 16 Euro für die insgesamt angebotenen 18,5 Millionen Aktien wurde am ersten Handelstag nicht erreicht - und das, obwohl die Titel in der unteren Hälfte der von 15 bis 18 Euro reichenden Preisspanne zugeteilt worden waren. Mit einem Emissionsvolumen von bis zu 296 Millionen Euro zählt der Duisburger Stahl- und Werkstoffhändler zu den größten Neuemissionen in Deutschland in diesem Jahr.

Von den Aktien wurden 98,7 Prozent bei institutionellen Investoren platziert, Privatanleger ließen den Stahlhändler weitgehend links liegen. Dass die Anleger die KlöCo-Titel nur zögernd zeichneten, spiegelt sich auch im Orderbuch wider. „Das Buch war bis zu 1,5fach überzeichnet“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Dieses Verhältnis ist nach Ansicht von Experten erforderlich, will man nicht allzu viele Anteilsscheine an kurzfristig orientierte Anleger verkaufen.

Der Löwenanteil des Emissionserlöses geht an den Eigentümer Lindsay Goldberg & Bessemer (LGB), der nach dem Börsengang noch 60 Prozent an dem Unternehmen halten wird. Mit 104 Millionen Euro landet etwa ein Drittel des über die Börse eingesammelten Geldes auf dem Firmenkonto des 1906 gegründeten Stahlhändlers. Damit will KlöCo einen Teil seiner Hochzinsanleihe über 260 Millionen Euro zurückzahlen.

Das Klima für Börsenneulinge hat sich nach den Kursverlusten an den Aktienmärkten zuletzt deutlich eingetrübt. „Börsengänge in dem derzeitigen Marktumfeld sind nicht leicht“, räumte ein Investmentbanker ein. Hatten im Frühjahr noch viele Investoren Heißhunger auf Börsenneulinge, so scheuen sie nun zunehmend das Risiko, das eine Erstemission mit sich bringt. Dies hatte in der vergangenen Woche auch der Kranhersteller Demag Cranes erfahren, der erst nach einer Preissenkung genügend Nachfrage nach seinen Aktien entfachen konnte und den Sprung an die Börse schaffte.

Die Aktien des Anfang Juli an die Börse gehenden Tiefbau- und Maschinenbauspezialisten Bauer stoßen im vorbörslichen Geschäft auch auf nur verhaltenes Interesse. Die Papiere wurden am zweiten Tag der Zeichnungsfrist mit 16,50 bis 18,50 Euro weiter am unteren Ende der von 16,50 bis 21,50 Euro reichenden Preisspanne taxiert. Aus dem gleichen Sektor will der Baumaschinen-Hersteller Wacker Construction, an dem der KlöCo-Investor LGB mit 30 Prozent beteiligt ist, Anfang Juli den Sprung an den Kapitalmarkt wagen. Derzeit ist das Management auf Werbetour bei potenziellen Investoren.

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